Tarifverhandlungen
D: Großstreik legt Lufthansa lahm – 700 Flüge gecancelt
Die Lufthansa hatte bereits vorsorglich knapp 700 Verbindungen gestrichen. Betroffen waren nahezu alle Flüge in Deutschland und Europa. Der Interkontinentalverkehr sollte nach Möglichkeit aufrechterhalten werden, hieß es. "Da der Streik vorher angekündigt war, konnten sich die Fluggäste zum Glück darauf einstellen", sagte der Sprecher der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) Gerold Schaub in Frankfurt. Lange Schlangen an den Schaltern blieben größtenteils aus.
Situation im deutschen Luftverkehr nervt Passagiere
Ab Mittag kehrte langsam Normalität ein. Doch obwohl der Streik beendet wurde, werden Passagiere das Chaos noch am Freitag zu spüren bekommen. Vor der Gehaltsverhandlungsrunde am Freitag baute die Gewerkschaft Verdi mit den Protestmaßnahmen weiter Druck auf. Der Aufruf zum Ausstand sei von den Beschäftigten "breit angenommen" worden. Verdi-Sprecher Schaub hatte sich bereits im Vorfeld zuversichtlich gezeigt, dass die Aktion "Wirkung zeigen wird". Genervten Passagieren und Airlinern bereiten die Vielzahl von Streiks im deutschen Luftverkehr indessen schon Sorgen.
Verhärtete Fronten in Tarifverhandlungen
Hintergrund des Streiks sind die Tarifverhandlungen für rund 33.000 Lufthansa-Mitarbeiter - vor allem aus den Technik- und Serviceeinheiten. Die Gewerkschaft verlangt 5,2 Prozent mehr Geld und Kündigungsschutz. Lufthansa hat hingegen von den Arbeitnehmern Nullrunden und längere Arbeitszeiten als Sparbeiträge gefordert.
Die Fronten sind verhärtet, der KV-Clinch könnte noch lange dauern, da die Lufthansa keinerlei Spielraum sieht, um ihren Angestellten mehr zu zahlen. Konzernchef Christoph Franz hat dem Unternehmen vor einem Jahr ein umfangreiches Sparprogramm verordnet, dem Tausende Jobs zum Opfer fallen sollen und mit dem das operative Ergebnis bis 2015 auf 2,3 Milliarden Euro steigen soll. Bis dahin ist es ein weiter Weg: 2012 brach der operative Gewinn um ein Drittel auf 524 Millionen Euro ein.
Gewerkschafts-Chef droht mit weiteren Protesten
Verdi-Chef Frank Bsirske kündigte am Donnerstag weitere Protestaktionen der Lufthansa-Beschäftigten an, sollte sich der Konzern nicht auf die Arbeitnehmer zubewegen. "Wer uns nicht ernst nimmt, kriegt uns danach ernsthaft zu spüren", sagte er bei einer Kundgebung am Hamburger Flughafen.
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