Richter bleibt hart

Rapper P. Diddy bleibt in „erschreckendem“ Knast

Society International
19.09.2024 08:29
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der festgenommene US-Rapper Sean „Diddy“ Combs, dem Menschenhandel für Sex und organisierte Kriminalität vorgeworfen wird, kommt vorerst nicht auf Kaution frei. Seine Anwälte scheiterten ein weiteres Mal mit ihrem Antrag, Combs gegen Zahlung einer Millionen-Kaution aus dem verrufenem Metropolitan Detention Center in Brooklyn herauszuholen. 

Nach übereinstimmenden Medienberichten wies ein Richter am Mittwoch (Ortszeit) das zweite Gesuch zurück. Schon am Vortag hatte eine Richterin in New York die Freilassung blockiert.

Gefängnis „erschreckend“
Gegen diese Entscheidung legten die Anwälte des 54-jährigen Hip-Hop-Moguls Berufung ein. Combs‘ Anwälte hätten die Haftbedingungen in dem Gefängnis in Brooklyn als „erschreckend“ beschrieben, berichtete die „New York Times“. Sie schlugen demnach vor, dass ihr Mandant die Zeit bis zum Prozessbeginn unter Bewachung in seinem Haus im US-Bundesstaat Florida verbringen könnte.

„Extreme Gefahr“ für die Gesellschaft
Die Staatsanwaltschaft hatte den Rapper als „extreme Gefahr“ für die Gesellschaft eingestuft. Die Richter folgten mit der Weigerung, Combs freizulassen, dem Willen der Anklage. Es bestehe sonst die Gefahr, dass er Zeugen einschüchtern und die Justiz behindern könnte, hieß es laut Medienberichten.

Der Musiker war am Montagabend in New York festgenommen worden.

Über Jahrzehnte Frauen missbraucht
Aus der Anklage geht hervor, dass Combs über Jahrzehnte Frauen missbraucht, bedroht und genötigt haben soll, seine sexuellen Wünsche zu erfüllen und danach zu schweigen, um seinen Ruf nicht zu schädigen. Beim Verlesen der Anklage am Dienstag plädierte Combs auf „nicht schuldig“. Im Falle eines Schuldspruchs in einigen oder allen Punkten droht ihm lebenslange Haft.

Gegen Combs („Bad Boy for Life“, „I‘ll Be Missing You“) liegen seit vergangenem Jahr mehrere Zivilklagen wegen Vergewaltigung und Missbrauchs vor. Im März sorgten Razzien in Los Angeles und in Miami für Schlagzeilen. US-Ermittler durchsuchten dort Häuser des Rappers.

Gerichtszeichnung der Verhandlung am 18. September 2024
Gerichtszeichnung der Verhandlung am 18. September 2024(Bild: AP/Elizabeth Williams)

Erschreckende Szenen
Im Mai veröffentlichte CNN ein Video, auf dem angeblich zu sehen war, wie Combs 2016 seine damalige Freundin Cassie Ventura in einem Hotel angreift.

Der Rapper bat daraufhin öffentlich um Entschuldigung. Die Sängerin hatte dem Musiker 2023 in einer Zivilklage unter anderem sexuellen Missbrauch, Vergewaltigung, Einschüchterung und körperliche Gewalt während ihrer langjährigen Beziehung vorgeworfen. Es kam nicht zu einem Prozess, sondern zu einem Vergleich. Combs wies die Vorwürfe damals zurück.

Eine der bestürzenden Szenen aus dem Überwachungsvideo.
Eine der bestürzenden Szenen aus dem Überwachungsvideo.(Bild: AP/Hotel Security Camera Video/CNN via AP)

Laut der jetzigen Anklage soll er Frauen Drogen verabreicht und sie gezwungen haben, vor ihm tagelange „Sex-Sessions“ mit männlichen Prostituierten durchzuführen. Diese habe er laut Anklageschrift gefilmt und sich dabei selbst befriedigt, außerdem soll er währenddessen gewalttätig geworden sein. 

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