Per Photoshop

Iran bedeckt Michelle Obamas Oscar-Dekolleté

Ausland
27.02.2013 10:57
Die Verleihung des Oscars für den besten Film an den Politthriller "Argo" durch US-Präsidentengattin Michelle Obama Sonntagabend hat bekanntlich den Iran verärgert. Man müsse sich die Frage stellen, warum Obama gerade dann live zugeschaltet werde, "wenn ein anti-iranischer Film ausgezeichnet wird", so das Staatsfernsehen. Wie nun bekannt wurde, sorgte jedoch auch Obamas Dekolleté für Unmut im Iran.

Frauen müssen im iranischen Fernsehen mit dem sogenannten Hidschab bedeckt sein, der nicht nur den Kopf, sondern den ganzen Körper verhüllt. Für Ausländerinnen gelten zwar nicht ganz so strenge Regeln, doch das silberne Kleid der First Lady offenbarte den iranischen Sittenwächtern offensichtlich doch zu viel. Dekolleté und Schultern wurden daher von der halbstaatlichen iranischen Nachrichtenagentur Fars einfach per Photoshop verdeckt.

Sie ist damit jedoch bei Weitem nicht allein - neben Magazinen, deren freizügige Models teils mit Filzstiften übermalt werden, werden auch internationale Film- und Fernsehproduktionen im Iran des Öfteren nachbearbeitet, um nicht zu viel Haut zu zeigen.

Immer wieder sorgt der Iran aber auch mit politisch peinlichen Photoshop-Pannen für Kopfschütteln - zuletzt vor zwei Wochen, als sich das Bild eines angeblichen brandneuen Kampfjets binnen kurzer Zeit als Fotomontage herausstellte. Zuvor hatte der Iran etwa 2008 versucht, der Welt mit einem Foto eines Raketenstarts Ehrfurcht einzuflößen - doch das Bild wurde schon bald als Fälschung enttarnt (siehe Infobox).

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