Wahl 2017 im Blick

Anzeichen für Sarkozys Rückkehr mehren sich

Ausland
18.02.2013 11:21
In Frankreich mehren sich die Anzeichen für eine erneute Präsidentschaftskandidatur von Nicolas Sarkozy. Am Mittwoch sagte Ex-Außenminister Alain Juppé, seinem Gefühl nach habe Sarkozy "Lust" auf die Wahl 2017. Am Samstag gab die frühere First Lady Bernadette Chirac (Bild) Sarkozy Rückendeckung: Sie wünsche sich eine Rückkehr des 58-Jährigen - und sei überzeugt, dass diese von Erfolg gekrönt sein werde. Und sogar Carla Bruni scheint ihren Widerstand gegen eine neuerliche Kandidatur aufzugeben.

Laut Juppé verfolge Sarkozy das politische Geschehen "sehr aufmerksam" und sei "sehr wachsam". Juppé sagte, er könne zwar nicht für Sarkozy sprechen, doch er glaube an die "Lust" des Ex-Präsidenten auf eine Rückkehr ins Amt.

Bestärkt wird Sarkozy, sollte er tatsächlich derartige Pläne für die nächsten Wahlen 2017 hegen, nun von Bernadette Chirac. Sarkozy werde siegreich aus der Wahl hervorgehen, prophezeite Chirac: "Sie werden sehen, dass das Ergebnis absolut positiv und anders als das letzte Mal (bei der Wahl im Mai 2012, Anm.) sein wird", so die 79-Jährige gegenüber dem französischen TV-Sender iTele.

Bernadette Chirac trotz Streit an Sarkozys Seite
Bernadette Chirac gilt als eine einflussreiche Persönlichkeit in Sarkozys Partei UMP. Ihr Mann Jacques Chirac, von 1995 bis 2007 an der Spitze Frankreichs, ist an Alzheimer erkrankt und hat sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Das Verhältnis zwischen Chirac und Sarkozy galt seit 1995 als zerrüttet, als Zweiterer im Wahlkampf statt seines Mentors dessen Rivalen unterstützte. Zuletzt geriet Chirac in die Schlagzeilen, als er einem Freund sagte, er würde Sarkozys Gegner der letzten Präsidentschaftswahl, den siegreichen Sozialisten Francois Hollande, unterstützen.

Fehlt es der UMP an Präsidentschaftskandidaten?
Dass sich seine Frau nun auf Sarkozys Seite schlägt, könnte auf eine verzweifelte Lage innerhalb der UMP deuten, in der es möglicherweise an ernst zu nehmenden Konkurrenten für Hollande fehlt. Schließlich sagte sogar Sarkozys Frau Carla Bruni vergangene Woche, sie habe zwar "kein Verlangen" nach einer weiteren Amtszeit ihres Mannes, doch "Hollande ist schrecklich" und Frankreich werde zehn Jahre mit ihm "festsitzen". Schließlich werde in fünf Jahren Marine Le Pen, die Führerin der Rechten, gegen Hollande antreten - aber eindeutig verlieren. Dies könne nur ihr Mann richten, so Bruni gegenüber der Nachrichtenwebsite "Atlantico": "Nicolas könnte Frankreich dieses furchtbare Duell ersparen."

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