Ex-Gswb-Chef Peter Rassaerts hatte einen gewissen Ruf. Dem neuen Boss Ferdinand Hochleitner eilt indes ein besonderer voraus. Bei einem seiner früheren Arbeitgeber hat der Wohnbau-Experte die Gemeinnützigkeit der Firma aufs Spiel gesetzt.
Verunsicherte Mieter, Gesundheitsbedenken, ein Verschleierungsskandal bei der Kundenbetreuung (Ticketsystem): Im März griff Landeshauptmann Wilfried Haslauer hart durch und veranlasste die Absetzung von Chef Peter Rassaerts.
Ein halbes Jahr später steht Ferdinand Hochleitner als neuer starker Mann vor dem Start bei der Gswb, Salzburgs größter gemeinnützigen Wohnbaugesellschaft. Er wurde von Experten und einer Kommission einstimmig vorgeschlagen. Eine mögliche Doppelspitzenlösung war plötzlich rasch vom Tisch.
Haslauer lobt den Oberösterreicher (Jahrgang 64) als Führungspersönlichkeit, hebt Qualifikationen hervor. Stärken habe er auch in der Mitarbeiterführung. Zudem wäre er geeignet, für Ruhe in turbulenten Gswb-Zeiten zu sorgen.
Mit Dr. Ferdinand Hochleitner kommt eine Führungspersönlichkeit zum Zug, die neben den notwendigen fachlichen Qualifikationen, vor allem auch in den Bereichen Mitarbeiterführung und ,social skills‘ mehrjährige Erfahrung mitbringt und die Experten-Kommission überzeugen konnte. Der neue Geschäftsführer wird nicht nur die Umsetzung wichtiger leistbarer Wohnbauprojekte für die Salzburgerinnen und Salzburger vorantreiben, sondern auch intern im Unternehmen für Ruhe sorgen müssen
Gswb-Eigentümervertreter Landeshauptmann Wilfried Haslauer
Wirklich?
Der Salzburger Öffentlichkeit ist bislang entgangen, dass dem designierten Rassaerts-Nachfolger ein sehr spezieller Ruf vorauseilt. Hochinteressant ist, dass er bei der „OÖ Wohnbau“, einem Pendant der Salzburger Gswb, 2022 als Co-Chef abberufen worden ist. Offiziell, weil es einen langjährigen Zwist mit dem anderen Co-Chef gegeben hat. Oder könnte es gar daran gelegen haben, dass der gemeinnützigen Wohnbaugesellschaft beinahe die Gemeinnützigkeit aberkannt worden wäre?
Das Finanzamt Linz wollte das, hatte 2017 ein Verfahren eingeleitet. Der Vorwurf: Die OÖ Wohnbau hatte sich zu sehr auf Nebengeschäfte konzentriert, zu wenig auf das Kerngeschäft Mietwohnungen. Zudem wird dem ÖVP-nahen Manager nachgesagt, wenig mitfühlend im Umgang mit Mitarbeitern zu sein.
War das bei den Gswb-Eigentümern Land Salzburg und Stadt (vertreten durch Vizebürgermeister Kay-Michael Dankl/KPÖ Plus) denn nie Thema? Bleibt trotz aller Skandale alles beim Alten?
Hochleitner selbst will vor Amtsantritt nicht sprechen. Im Büro Haslauer verwies man auf die Vorschläge von Experten und der Kommission, der man gefolgt sei. Dankl indes sieht, mit den Vorwürfen konfrontiert, einen Vertrauensbruch Hochleitners. Er habe seine Geschichte nie erzählt. Dankl habe zudem Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) sofort im Urlaub kontaktiert. Auch dem Stadtchef ist die Causa neu.
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