"Burn this motherf*"
Leiche als Ex-Cop Dorner identifiziert – Polizei in der Kritik
Nach einer einwöchigen Großfahndung in der Region rund um die Millionenmetropole Los Angeles war der ehemalige Polizist den Ermittlern am Dienstag ins Netz gegangen. Dorner wurde nach einer Verfolgungsjagd inklusive wilder Schießerei in seinem Versteck, einer leer stehenden Berghütte nahe dem Skiort Big Bear, von Einsatzteams der Polizei in die Enge getrieben. Das Gebäude ging bei dem Einsatz, offenbar aufgrund der Anwendung von Tränengaskanistern, in Flammen auf.
Heftige Kritik an Einsatz von "Burners"
Ob Dorner in dem Feuer umkam oder sich selbst durch einen gezielten Schuss das Leben nahm, liegt weiter im Dunkeln. Der Einsatz von Kanistern mit brennbaren Gasen, sogenannten "Burners", bei der Belagerung der Berghütte hat die Polizei aber bereits ins Kreuzfeuer der Kritik gebracht. Den Einsatzkräften wird vorgeworfen, das Feuer gezielt gegen den Mann eingesetzt zu haben. US-Medien erinnerten in diesem Zusammenhang daran, dass "Burner" etwa auch bei der berüchtigten FBI-Erstürmung eines Sektengeländes im texanischen Ort Waco zum Einsatz kamen. Die Aktion auf der Ranch der Davidianer-Sekte endete mit 80 Todesopfern.
Polizeifunk: "Burn this motherfucker!"
"Wir haben die Hütte nicht absichtlich in Brand gesteckt", erklärte Sheriff John McMahon aus dem Bezirk San Bernardino am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Nichtsdestotrotz ist im Internet in zahlreichen Blogs und Foren eine heftige Debatte darüber entbrannt, ob die Polizei ihren Ex-Kollegen absichtlich verbrannt hat – womöglich gar bei lebendigem Leibe. Zur Untermauerung posteten zahlreiche Befürworter dieser These Aufnahmen der Audio-Mitschnitte des Polizeifunkverkehrs von dem Einsatz in Big Bear. Darauf ist u.a. zu hören: "We're going to burn him out. Burn this motherfucker!"
Vier Menschen bei blutigem Rachefeldzug getötet
Dorner war 2008 nach einem Disziplinarverfahren aus dem Polizeidienst entlassen worden. In einem Manifest (siehe Infobox) auf seiner Facebook-Seite stellte er sich als Opfer von Rassismus dar und drohte mehr als zwei Dutzend Menschen, darunter früheren Kollegen, mit Gewalt. Im Zuge seines blutigen Rachefeldzuges soll der 33-jährige Ex-Cop dann drei Menschen, darunter einen Polizisten, umgebracht haben. Ein weiterer Polizist kam am Dienstag bei einem Schusswechsel mit Dorner ums Leben.
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