Nach Kabeldiebstahl
Zugunglück fordert in Südafrika bis zu 300 Verletzte
Nach Angaben der Behörden wurden etwa 20 Menschen schwer verletzt, unter ihnen der Lokführer des auffahrenden Zuges. Er sei per Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht worden und schwebe in Lebensgefahr. Der Mann war in seinem Führerhaus eingeklemmt gewesen, Rettungskräfte mussten das Wrack aufschneiden und konnten ihn erst zwei Stunden nach dem Unfall bergen.
Insgesamt wurden bei dem Unglück laut den Rettungskräften bis zu 300 Menschen verletzt. Sie wurden noch am Unfallort in Atteridgeville, etwa zehn Kilometer westlich von Pretoria, versorgt oder in Krankenhäuser in der Hauptstadt gebracht. Unter den Verletzten waren demnach auch rund 50 Kinder. "Die Züge waren voll mit Menschen auf dem Weg zur Arbeit und zur Schule", erklärte ein Feuerwehrmann.
Nach Kabeldiebstahl Wechsel auf manuellen Modus
Das für die Passagierzüge in Südafrika zuständige Unternehmen Prasa Rail nannte als "indirekte" Unglücksursache Kabeldiebstahl. In der Früh sei der Diebstahl von 25 Metern Signalkabeln entdeckt worden, sagte Prasa-Rail-Chef Mosenngwa Mofi. Dadurch hätten die Mitarbeiter der Kontrollzentren in den manuellen Modus wechseln müssen - also den Lokführern per Handzeichen mitteilen, ob die Strecke frei ist. Was dann jedoch konkret der Auslöser für den Unfall war, müsse noch geklärt werden.
Womöglich seien die Kabeldiebe anders als sonst nicht an dem wertvollen Kupfer interessiert gewesen, fügte Mofi hinzu. Der Unternehmenschef vermutete vielmehr Bahnarbeiter hinter der Tat: "Wir haben den starken Verdacht, dass es mit einem derzeitigen Streik zusammenhängt." Verkehrsminister Ben Martins kündigte Ermittlungen an.
"Die meisten Pendler in den Zügen reisen wie Vieh"
Insgesamt transportieren Südafrikas Vorortzüge jeden Tag mehr als zwei Millionen Menschen zur Arbeit in die Städte und wieder zurück. 90 Prozent der Züge sind älter als 50 Jahre, die jüngsten stammen aus dem Jahr 1986. Weil auch die Schienen und Signalanlagen oftmals veraltet sind, kommt es immer wieder zu Unfällen. Im Dezember hatte die Regierung angekündigt, das veraltete Schienennetz mit Milliardeninvestitionen zu renovieren. Mofi hatte damals erklärt, die meisten Pendler in den Zügen würden "wie Vieh" reisen.
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