Gewalttat in Mexiko
Mehrere entführte Musiker tot aus Brunnen geborgen
Insgesamt sind 18 Mitglieder der Kombo Kolombia vor ihrem Auftritt in Hidalgo von Bewaffneten entführt worden. Den Behörden zufolge hatten es die Entführer gezielt auf die Musikgruppe abgesehen. Einer der Musiker konnte allerdings flüchten und führte die Polizei zu dem Brunnen in Mina, in dem die Leichen entdeckt wurden. Die meisten Opfer wiesen Folterspuren auf, einige hatten auch Schusswunden, hieß es vonseiten der Polizei.
Nuevo Leon ist einer der Bundesstaaten in Mexiko, der am schwersten von der Drogengewalt betroffen ist. Durch den Drogenkrieg sind seit 2006 bereits rund 70.000 Menschen gestorben. Auch Musiker werden immer wieder zum Ziel der Drogenbanden. Dabei trifft es normalerweise aber Gruppen, die "Narcocorridos" spielen. Dies sind Lieder, in denen die Taten von Drogenbaronen verherrlicht werden.
Die Kombo Kolombia war allerdings auf eine kolumbianische Musikart namens Vallenato spezialisiert. Die Mitglieder stammten vorwiegend aus Nuevo Leon und spielten gewöhnlich in Bars und Tanzhallen der Industriestadt Monterrey.
Kontakte zu Drogenkartell?
Die Polizei rätselte daher über die Hintergründe der Gräueltat. Die Ermittler sammelten "weiter Informationen, die uns zum wahren Hintergrund der Tat führen können", sagte der Sprecher der Sicherheitsbehörden von Nuevo Leon. Nach Angaben aus Ermittlerkreisen prüfte die Staatsanwaltschaft, ob die Band möglicherweise Kontakte zum besonders brutalen Drogenkartell Los Zetas hatte. Dieses kontrolliere einen Teil der Orte, an denen Kombo Kolombia aufgetreten war. Es sei möglich, dass die Angreifer dem verfeindeten Sinaloa-Kartell angehörten.
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