Tiroler Sennerei

500 Jahre! Hier steht Tirols „Alm-Methusalem“

Tirol
10.08.2024 18:00
Porträt von Tiroler Krone
Von Tiroler Krone

Jahrzehnte bevor Christoph Columbus im Jahr 1492 Amerika entdeckte, gab es in der Lizum im Wattental schon eine Alm. Aus bescheidensten Anfängen wurde ein „Hochleistungsbetrieb“.

Zwischen Kuhglockengeläute und blühenden Wiesen wirtschaftet die Familie von Michael Nock schon seit zig Generationen im idyllischen Talkessel. Erstmals 1424 urkundlich erwähnt, zählt die Alpe zu den ältesten noch bestehenden in Tirol. Vor über einem halben Jahrtausend, als gerade Ferdinand Magellan erstmalig die Welt umrundete, wurde sie dann bereits landwirtschaftlich genutzt. In der Sennerei kooperieren Käsermeister Thomas Klingler und seine Frau Bettina mit fünf Bauernhöfen aus der Region. Im Gebirge der Tuxer Alpen erstreckt sich die Alm auf mehr als 1000 Hektar mit genügend Platz für die etwa 155 Milchkühe, 150 Stück Jungvieh und 40 Schweine.

Auf der Alpe Lizum genießen rund 350 Tiere die Bergluft.
Auf der Alpe Lizum genießen rund 350 Tiere die Bergluft.(Bild: Bernhard Graf)

Zu etwas Besonderem macht die Alpe auch ihre Lage inmitten des Truppenübungsplatzes Lizum-Walchen. Laut Obmann Michael Nock funktioniert die Abstimmung mit dem Bundesheer hervorragend: „Die Nutztiere werden nicht beeinträchtigt, Schießübungen finden nur außerhalb der Almsaison statt“, erzählt er.

Bettina Klingler und ihr Mann kooperieren mit weiteren Höfen.
Bettina Klingler und ihr Mann kooperieren mit weiteren Höfen.(Bild: GRAF Bernhard)

Im Gespräch mit der „Krone“ sprach Käsemeister Klingler von der Wichtigkeit der Milchqualität sowie dem geeigneten Klima und saftigen Weiden. In drei Monaten werden rund 16 Tonnen Bergkäse, 2000 Kilo Käse nach Tilsiter Art sowie 1500 Kilo Butter produziert. Der Käse der Alp Lizum wurde bereits bei mehreren Internationalen Wettbewerben mit Gold prämiert und erlangte somit über die Grenzen Tirols hinaus Bekanntheit. Er gewann Preise unter anderem bei der Almkäseolympiade Galtür und der Käsiade in Hopfgarten. Des Weiteren erreichte er bei der Frankfurt Trophy 2023 eine Prämierung mit Gold.

Im Käsestollen reift er von 60 Tagen bis hin zu zwei Jahren zur Perfektion. „Je länger dieser Prozess dauert, desto intensiver wird der Käse auch im Geschmack“, meint Klingler. Anschließend kann der Käse im hauseigenen Käsereiladen, in mehreren Bauernläden und bei MPreis gekauft werden.

Sebastian Meinert/David Rosenkranz, Kronen Zeitung

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