Kurden im Visier
Autobomben fordern zahlreiche Tote im Nordirak
Sowohl ein Büro der Kurdischen Demokratischen Partei (PDK) als auch ein 500 Meter weiter entfernt stehendes Gebäude der kurdischen Sicherheitskräfte waren Ziele der Attentäter in Kirkuk, die ihre Autobomben auf der stark frequentierten Hauptstraße zündeten.
Die unmittelbare Umgebung des Selbstmordanschlags glich nach dem Angriff einem Trümmerfeld. Rettungskräfte bargen Überlebende, die verschüttet waren, Sicherheitskräfte riegelten die nähere Umgebung ab. Bisher hat sich laut der Online-Ausgabe der "New York Times" niemand für die beiden Anschläge bekannt. Sunnitische Extremisten greifen aber häufig auf Autobomben zurück.
Auch in anderen Teilen des Landes kam es zu blutigen Zwischenfällen. Drei Menschen starben bei einem Anschlag vor dem Büro einer anderen kurdischen Partei in Tus Churmato. 37 Menschen wurden verwundet. Bei weiteren Anschlägen in Bagdad und Baidschi starben mehrere Polizisten und Soldaten.
Wachsende Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten
Hintergrund der neuen Gewaltwelle sind die wachsenden Spannungen zwischen den Schiiten, die von Ministerpräsident Nuri al-Maliki repräsentiert werden, sowie der Minderheit der Kurden, die mehrheitlich dem sunnitischen Islam angehören. Maliki liegt im Streit mit den Kurden wegen der Ölförderung in ihrem autonomen Gebiet. Außerdem sieht er sich mit Protesten der Sunniten im gesamten Zweistromland konfrontiert, die seinen Rücktritt fordern.
Die sunnitische Minderheit dominierte den Irak während der Herrschaft des Diktators Saddam Hussein. In der Vielvölkerstadt Kirkuk schwelt seit Jahren ein Machtkampf zwischen Kurden und Arabern. Die Araber wehren sich gegen einen Plan der Kurden, Teile der Provinz dem kurdischen Autonomiegebiet zuzuschlagen, das bisher aus den Provinzen Suleimanija, Erbil und Kirkuk besteht.
Kampf um die ölreichen Kurdengebiete
Insgesamt leben rund 20 bis 30 Millionen Kurden verstreut in der Türkei, in Syrien, im Irak und dem Iran. Bewegungen der Minderheiten kämpfen in diesen Ländern seit Jahren für mehr Autonomie. Im Irak bilden Kurden einen Anteil von einem Fünftel an der Gesamtbevölkerung.
Nach dem Sturz des irakischen Diktators Saddam Hussein wurde die Autonome Region Kurdistans unter Führung von Massoud Barzani anerkannt. Konfliktpunkte zwischen der Regionalregierung und der Zentralregierung in Bagdad sind die Kontrolle über das irakische Öl und um Provinzgrenzen. Dieser ist jüngst aufgeflammt als Maliki versuchte, die Kontrolle Bagdads über die umstrittenen Gebiete um Kirkuk, in denen viel Erdöl liegt, auszuweiten.
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