Hintergrund unklar

Syrien: Mehr als 80 Tote bei zwei Explosionen an Uni

Ausland
15.01.2013 21:15
Mehr als 80 Menschen sind am Dienstag bei zwei verheerenden Explosionen an der Universität der syrischen Stadt Aleppo getötet worden. 160 weitere seien verletzt worden, teilten der Gouverneur der gleichnamigen Provinz, Mohammed Wahid Akkad, und ein Arzt der Universitätsklinik mit. Die Aufständischen sowie die syrische Führung machten sich gegenseitig für die Vorfälle verantwortlich.

Angaben von Studenten der Universität zufolge wurden durch die Explosionen die Fakultäten für Bildende Kunst sowie Architektur zerstört. Bilder zeigten panische und in Tränen aufgelöste junge Menschen inmitten von umherliegenden Trümmern. Auf dem Campus in Aleppo sind neben den Studenten rund 30.000 Flüchtlinge aus der Umgebung untergebracht.

Assad-Regime macht Aufständische verantwortlich
Ebenso wie über den Hintergrund herrscht derzeit auch über die Ursache der Explosionen noch Unklarheit. Provinzgouverneur Akkad sprach von einem "terroristischen Anschlag" auf die Hochschule. Dort hätten gerade Prüfungen stattgefunden, als sich das Attentat ereignete. Auch die amtliche Nachrichtenagentur Sana machte "Terrorgruppen" für die Explosionen verantwortlich - ein Begriff, den die Führung des Assad-Regimes seit jeher für die bewaffneten Aufständischen benutzt.

Opposition spricht von Angriff der Luftwaffe
Während das Militär von zwei Boden-Luft-Raketen sprach, die von Aufständischen abgefeuert worden seien, jedoch ihr Ziel verfehlt hätten, machten Regierungsgegner einen Angriff der syrischen Luftwaffe für die Explosionen verantwortlich. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, bei dem Vorfall seien sowohl Studenten als auch Flüchtlinge ums Leben gekommen.

In der zweitgrößten syrischen Stadt herrscht nach monatelangen Kämpfen ein Patt zwischen Regierungstruppen und Rebellen. Die Stadt ist praktisch geteilt. Die Universität liegt in dem von den Regierungseinheiten kontrollierten Gebiet. Dort gehen die Rebellen mit Autobomben und Selbstmordanschlägen gegen die Regierungskräfte vor.

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