"Historische Schuld"
Mexiko will die Benachteiligung der Indios beenden
Laut dem Vorhaben der Regierung soll den Indios ein besserer Zugang zu Justiz, Bildung, Gesundheit und Infrastruktur garantiert werden. Außerdem soll durch weitere Maßnahmen die allgemeine Lebenssituation der Ureinwohner verbessert werden. In der Öffentlichkeit werden die "indigenas" vielfach diskriminiert.
Die neue Kommission ersetzt ein in den 1990er-Jahren geschaffenes Gremium zur Beilegung des Chiapas-Konfliktes. In dem unterentwickelten südöstlichen Bundesstaat hatte sich 1994 die Guerillabewegung Zapatistische Nationale Befreiungsarmee mit politischen und sozialen Forderungen gegen die Regierung erhoben.
Charismatischer Sprecher als Volksheld
In den vergangenen Jahren war es um die Zapatisten ruhig geworden, doch kurz vor Weihnachten machten rund 40.000 Anhänger mit einer Großdemonstration wieder auf die Problematik aufmerksam. Auch der charismatische Sprecher Subcomandante Marcos (Bilder), der unter den Indios als Volksheld gilt, meldete sich wieder zu Wort. Er veröffentlichte eine Reihe von Verlautbarungen, in denen er die Stärke seiner Bewegung bekräftigte und sowohl die ehemalige Regierung unter Felipe Calderon als auch das neue Kabinett unter Präsident Enrique Pena Nieto infrage stellte.
Pena Nieto hatte am 1. Dezember sein Amt angetreten. Mit ihm kehrte die Partei der Institutionalisierten Revolution an die Macht zurück, die Mexiko von 1929 bis 2000 ununterbrochen regiert hatte und gegen die sich die Zapatisten 1994 erhoben hatten. Der Leiter der neuen Kommission, Jaime Martinez Veloz, hatte bereits dem früheren Gremium angehört und steht Marcos nahe.
Zehn Prozent der Mexikaner sind Ureinwohner
Knapp zehn Prozent der rund 115 Millionen Mexikaner gelten als indianische Ureinwohner. In Chiapas ist ihr Anteil aber deutlich höher: Der Bundesstaat hat etwa 4,8 Millionen Einwohner, wovon bei vierzehn indianischen Ethnien etwa eine Million indigener Abstammung ist. Die meisten Indigenen gehören der Maya-Volksgruppe an.
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