Drama in Frankreich
Mann sperrte Frau und Kinder über ein Jahr in Wohnung ein
Die eingesperrte Familie war am Samstag endlich entdeckt worden, nachdem die Mutter einen Schwächeanfall vorgetäuscht und die Rettungskräfte gerufen hatte. "Wir haben wie die anderen Nachbarn gedacht, dass die Frau mit den Kindern weggegangen sei", erzählte Pascale Le Gall, die über der Familie wohnte, am Mittwoch anwesenden Journalisten. Nur den 51-jährigen Vater, der den Nachbarn zufolge immer seine Mütze ins Gesicht gezogen hatte und Begrüßungen am Gang nie erwiderte, sahen Anrainer vom Einkaufen zurückkommen oder den Mist hinausbringen.
Vater in Psychiatrie eingeliefert
Der Mann wurde nun in die Psychiatrie eingewiesen. Außerdem eröffnete die Justiz laut Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen Vernachlässigung der Kinder. Die 47-jährige Mutter kam nach einem Polizeiverhör am Dienstag wieder frei. Auch ein fünftes Kind der Familie, eine ältere Tochter, die nicht mehr zu Hause lebte, wurde von der Polizei vernommen.
Kinder in "deprimiertem" Zustand
Der Bursche und die drei Mädchen, die den Ermittlern zufolge in einem "deprimierten" Zustand vorgefunden wurden, wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Laut Polizei sind sie in ihrer Entwicklung zurückgeblieben. Die Wohnung, in der sie eingesperrt waren, war demnach völlig verwahrlost - mit Schimmel an den Wänden und bereits schwarz angelaufenen Decken wegen der Feuchtigkeit.
Hausverwaltung weist Kritik zurück
Nachbarn kritisierten, sie hätten sich mehrmals bei der Hausverwaltung über Gestank und Feuchtigkeit beschwert, doch nie sei etwas passiert. Die Hausverwaltung wiederum erklärte, sie habe nie eine Anzeige speziell gegen die betroffene Familie erhalten. Auffallend sei jedoch gewesen, dass die jährliche Kontrolle für die Warmwasseranlage seit zwei Jahren nicht stattfinden konnte, weil zum fraglichen Termin nicht geöffnet wurde.
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