Heftiger Widerstand
Neu-Delhi: Zwei Anwälte verteidigen Vergewaltiger
"Ich verstehe die Gefühle der Menschen. Aber wir können nicht nur danach handeln", sagte Anand mit Blick auf die gewaltige öffentliche Empörung, die das Verbrechen ausgelöst hat. Gemeinsam mit seinem Kollegen werde er unter anderem den Fahrer des Busses vertreten, in dem die 23-Jährige Mitte Dezember in Neu-Delhi mehrfach misshandelt wurde. Der Busfahrer habe Einzelheiten eingeräumt und auch über die Rolle seiner Mitangeklagten gesprochen, sagte der Jurist, ohne Details zu nennen.
Die meisten Anwälte hatten eine Vertretung angesichts der Brutalität des Falles abgelehnt. Zwei Beschuldigte haben nach wie vor keinen Anwalt. Rechtsexperten warnen, sollten sie ohne juristischen Beistand vor Gericht erscheinen müssen, könnte dies ein Grund sein, um den gesamten Prozess infrage zu stellen. In vergleichbaren Fällen waren Urteile später wieder aufgehoben worden.
Einem Minderjährigen, der ebenfalls an der Tat beteiligt gewesen sein soll, wird separat der Prozess gemacht. Den sechs Tätern werden Mord, Vergewaltigung und Entführung vorgeworfen. Ihnen droht die Todesstrafe. Die Studentin war ihren Verletzungen zwei Wochen nach der Tat erlegen.
Guru gibt Vergewaltigter Mitschuld an der Tat
Indes hat ein prominenter Hindu-Guru der vergewaltigten Inderin Mitschuld an dem tödlichen Verbrechen gegeben und damit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst (siehe Infobox). Guru Asaram Bapu sagte in einer Predigt: "Hätte sie Gottes Namen gerufen, hätte sie sie (die Angreifer, Anm.) 'meine Brüder' genannt, ihre Hände und Füße umklammert und gesagt: 'Ich bin eine hilflose Frau, ihr seid meine Glaubensbrüder', dann wäre das nicht passiert." Die Worte waren in einer Videoaufzeichnung auf der Homepage seines Ashrams abrufbar.
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