Milliarden-Geldsegen

US-Banken finden 3,8 Mio. Opfer von Hauspfändungen ab

Ausland
08.01.2013 11:39
Mehr als 3,8 Millionen Schuldner, die in den Jahren 2009 und 2010 im Zuge der Immobilienblase in den USA Opfer von Hauspfändungen und Zwangsversteigerungen wurden, können mit einem Geldsegen rechnen. Zehn der dafür verantwortlichen Banken und Finanzdienstleister haben am Montag einem Vergleich mit staatlichen Regulierern zugestimmt und sich zu Zahlungen in Höhe von insgesamt 8,5 Milliarden Dollar (6,6 Milliarden Euro) verpflichtet. 3,3 Milliarden Dollar davon sind als direkte Zahlungen vorgesehen.

Pro Fall sollen zwischen ein paar Hundert und 125.000 Dollar fließen, je nachdem, wie viele und schwerwiegende Fehler bei der Versteigerung gemacht wurden. Die restlichen 5,2 Milliarden Dollar entfallen auf Erleichterungen bei Kreditverträgen.

Unter den Banken, die dem Vergleich mit der staatlichen Regulierungsbehörde OCC zugestimmt haben, sind die Bank of America, JPMorgan Chase und die Citigroup. Weitere Vergleiche sollen nach Auskunft der Notenbank Fed jedoch folgen. Man habe dem Vergleich zugestimmt, so OCC und Fed, um die Opfer schneller zu entschädigen - im Gegenzug verzichte man auf eine Einzelüberprüfung jedes Falls, was als zu teuer und aufwendig eingeschätzt wurde.

Millionen Amerikaner unschuldig auf der Straße
Die US-Banken stehen seit Jahren wegen fragwürdiger Methoden bei Zwangsvollstreckungen in der Kritik. Das Thema ist in den USA brandheiß, weil durch das Platzen der Immobilienblase und die anschließende Finanz- und Wirtschaftskrise Millionen Amerikaner ihr Eigenheim verloren haben. Sie konnten ihre Kreditraten nicht mehr zahlen. Viele Schuldner landeten dabei zu Unrecht auf der Straße, wie die Bankenregulierer sagen.

Zwangsversteigerungen einfach durchgewunken
Vor allem das sogenannte Robo-Signing hatte für Empörung gesorgt. Übersetzt bedeutet dies "roboterhaftes Unterschreiben". Gemeint ist damit, dass überlastete Sachbearbeiter sich angesichts der schieren Masse der Fälle kaum Zeit für eine eingehende Prüfung der Unterlagen genommen haben, sondern stattdessen im Minutentakt die Pfändungsbescheide erstellten. So soll den Betroffenen zusätzlich zur plötzlichen Obdachlosigkeit auch noch finanzieller Schaden entstanden sein.

Bereits im Februar 2012 gab es deshalb einen 25 Milliarden Dollar schweren Vergleich zwischen den Generalstaatsanwälten der US-Bundesstaaten sowie einer Reihe an Großbanken.

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