Das Verfahren um einen Ausbau am landwirtschaftlichen Areal des Ortschefs von Hof geht in die nächste Runde. Eine neue Einreichung liegt nun vor. Politische Gegner orten ein trickreiches Umgehen mit den Baugesetzen.
Das Bauansuchen beim Kehlgut von ÖVP-Bürgermeister Thomas Ließ hat eine lange Vorgeschichte. Sein Sohn ließ auf dem landwirtschaftlichen Areal, wo bereits mehrere Gebäude stehen, ein Wohnhaus im Grünland errichten. Ein Austraghaus war geplant. Doch das Gebäude sprengte die vorgeschriebene Grenze von maximal 200 Quadratmetern und wich vom Bauplan ab. Ein Nachbar gab keine Zustimmung. Im Dezember 2023 wurde der Bau eingestellt.
Man versucht hier, Baugesetze zu umgehen.
Evelin Leitner, SPÖ-Gemeinderätin in Hof
Darauf folgte ein Versuch, den Neubau als Bauernhaus zu tarnen und das Bauernhaus in ein Wirtschaftsgebäude umzufunktionieren. Der Antrag wurde dann zurückgezogen.
Bauantrag beschäftigt Gemeinde und Landtag
Das Ansuchen beschäftigt seit Wochen die Gemeindestube und auch den Landtag mit Anträgen von SPÖ und Grünen. „Man hat bewusst größer gebaut und versucht es jetzt, dem Baumeister in die Schuhe zu schieben“, ärgert sich Karin Dollinger (SPÖ). Die Grünen deckten auf, dass die Gemeinde 17.000 Euro für einen Anwalt überwies. Simon Heilig-Hofbauer kopfschüttelnd: „Und gleichzeitig sollen Gebühren für die Ferienbetreuung erhöht werden, weil kein Geld da ist.“
Im Mittelpunkt der Kritik steht der Bürgermeister, der als Vize jahrelang Vorsitzender des Bau- und Planungsausschusses und damit befangen war. „Man versucht hier weiterhin die Baugesetze trickreich zu umgehen“, so Evelin Leitner, SPÖ-Gemeinderätin in Hof.
Neues Bauansuchen liegt nun vor
Insgesamt hat der Schwarzbau eine Wohnnutzfläche von rund 350 Quadratmetern und sei auch vom Hofverband losgelöst. Knackpunkt ist ein ausbaubarer Dachboden bzw. ein Wellnessbereich im Keller.
Mittlerweile liegt am Bauamt am ein neuer Antrag am Tisch: „Es stimmt. Ein Antrag wurde gestellt“, so Ortschef Thomas Ließ auf „Krone“-Anfrage knapp. Wie der Schwarzbau verkleinert werden soll, wird die Gemeinde noch weiter beschäftigen.
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