
Nun haben wir also das „Uschi-Prinzip“ für weitere fünf Jahre an der EU-Spitze. Der gleichnamige Bestseller aus dem Jahr 2004 offenbart, dass es „Uschis scheinbar mühelos gelingt, die Männer nach ihrer Pfeife tanzen zu lassen“.
Wie gut sich Ursula von der Leyen in dieses Bild fügt, zeigte sich in Brüssel. Obgleich sie als eine der unpopulärsten Politikerinnen Europas gilt, zog sie ihre Wiederwahl knallhart durch. Im Vorfeld hatte die alte und neue Chefin der EU-Kommission einen besonderen Gegner auserwählt, um ihr Profil zu schärfen.
Von der Leyen verunglimpfte die Friedensmission des ungarischen Premierministers Viktor Orban, derzeit Vorsitzender des EU-Rates, als Beschwichtigungsreise und gab ihn somit der Lächerlichkeit preis. Orban, als aktuell erfolgreichster Politiker Europas verfügt seit zehn Jahren über eine Zwei-Drittel-Mehrheit und besucht die mächtigsten Präsidenten der Welt inklusive Donald Trump, um möglichst bald Frieden für die Ukraine zu stiften.
Das hat die EU-Kommissionspräsidentin offenbar in ihrer Eitelkeit verletzt: prompt ließ sie einen undemokratischen Boykott der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft ausrufen. BK Nehammer hat demokratische Standfestigkeit bewiesen, als er seine Minister anwies, diesem Boykott keine Folge zu leisten. De facto unterstützt Österreich Orban als Mann der Taten als Gegengewicht zu von der Leyen als selbst inszenierende Frau der Worte.
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