Shell beschwichtigt

Arktis-Ölbohrschiff strandet vor der Küste von Alaska

Ausland
02.01.2013 09:08
Während eines großen Sturms im Süden von Alaska ist ein Bohrschiff des Ölkonzerns Shell, das in der Arktis nach Ölvorkommen suchte, am Dienstag auf Grund gelaufen. Das Unternehmen beschwichtigt und betont, dass keine Schädigung der Natur zu befürchten sei. Umweltschützer und auch einige US-Politiker zeigen sich jedoch besorgt und warnen vor einer weiteren Ausweitung der Ölförderung im hohen Norden.

Das Bohrschiff war auf dem Weg zu Wartungsarbeiten in Seattle, als das Unglück passierte. An Bord befanden sich rund 570.000 Liter Öl und Treibstoff. Experten und Mitarbeiter der Küstenwache sollen nun zur "Kulluk" gebracht werden, um sie noch einmal genauer zu untersuchen und zu verhindern, dass ihre Ladung ins Meer läuft, wie Shell in einer Aussendung mitteilte. Beides wurde aber am Mittwoch zunächst weiter von stürmischer See mit bis zu zehn Meter hohen Wellen erschwert.

In dem Archipel, wo die "Kulluk" strandete, leben den Berichten zufolge unter anderem Bären, zahlreiche Vogel-Arten und eine vom Aussterben bedrohte Seelöwen-Art. Umweltschützer protestierten Lokalmedien zufolge bereits in Alaskas größter Stadt Anchorage. Sie warnten vor einer Umwelt-Katastrophe und forderten, die Öl-Förderung vor Alaska zu stoppen.

Greenpeace will Schutzgebiet
Greenpeace forderte am Mittwoch die Errichtung eines UN-Schutzgebietes in der Arktis, in dem Ölbohrungen und industrielle Fischerei verboten sind. Der Unfall des Shell-Bohrschiffs verdeutliche nur die Bedrohung des sensiblen Ökosystems, heißt es von Greenpeace.

"Die Ölkonzerne erklären immer wieder, dass sie die Arktis erobern können. Aber die Arktis widerspricht ihnen dabei immer wieder", erklärte auch der US-Demokrat Ed Markey in einer Aussendung. "Die Ausweitung der Ölförderung könnte eine desaströse Auswirkung auf dieses sensible Ökosystem haben."

"Kulluk"-Havarie nahe "Exxon Valdez"-Unglücksstelle
Die Unglücksstelle der "Kulluk" liegt nur wenige Hundert Kilometer westlich vom Prinz-William-Sund, wo am 24. März 1989 das Schiff "Exxon Valdez" auf ein Riff gelaufen war und rund 40.000 Tonnen Rohöl verloren hatte. Küstengewässer und Küste wurden verseucht, Hunderttausende Tiere verendeten. Das Unglück gilt als eine der schlimmsten Ölkatastrophen weltweit.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
02.01.2013 09:08
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung