"Radikale Wende"
Nordkorea spricht von Annäherung an den Süden
So könne "die Teilung des Landes beendet und seine Wiedervereinigung erreicht werden". Die Vergangenheit zeige, dass Konfrontation zwischen Landsleuten zu "nichts als Krieg" führe, so der Machthaber.
2013 werde eine "radikale Wende" bringen, erklärte Kim weiter. Unter anderem soll es ein "radikales Umsteuern" beim Aufbau der Wirtschaft geben - der so erzeugte Umschwung solle das Land zu einem "wirtschaftlichen Riesen" machen und den Lebensstandard der Menschen anheben. Die Landwirtschaft und die Leichtindustrie stehen dabei im Zentrum. Das Jahr 2013 solle zu einem Jahr der "großen Erfindungen und Änderungen" vor allem in der Wirtschaftspolitik werden.
Der erfolgreiche Start einer Weltraumrakete in Nordkorea im Dezember soll aus Sicht des Regimes als Ansporn für die Anstrengungen der Menschen dienen. Der Raketenstart war international heftig kritisiert worden. Die USA, Südkorea und andere Staaten sehen in dem Start am 12. Dezember einen verdeckten Test für die Entwicklung von Interkontinentalraketen, die mit Atomsprengköpfen bestückt werden können. Nordkorea dagegen sprach von einem Satellitenstart zu friedlichen Zwecken.
Erste audiovisuelle Botschaft eines Machthabers seit 1994
Es war die erste audiovisuelle Botschaft eines nordkoreanischen Machthabers, seitdem Kim Jong Uns Großvater Kim Il Sung sich im Jahr seines Todes 1994 an die Öffentlichkeit gewandt hatte.
Dessen Sohn und Nachfolger Kim Jong Il hatte so gut wie nie öffentliche Reden gehalten. Unter seiner Herrschaft waren die Ziele für das neue Jahr in einem Leitartikel der offiziellen Zeitungen umrissen worden. Nach seinem Tod vor einem Jahr war sein Sohn zum neuen Machthaber ausgerufen worden.
Wirtschaftliche Abhängigkeit von China nimmt zu
Die Bevölkerung Nordkoreas ist weitgehend verarmt und die Wirtschaft liegt infolge scharfer Sanktionen seit Jahren am Boden. Angesichts dieser Misere hat die wirtschaftliche Abhängigkeit des Nordens von seinem wichtigsten Verbündeten China deutlich zugenommen.
Erst kürzlich veröffentlichte die südkoreanische Statistikbehörde Daten, die zeigen, dass das Handelsvolumen zwischen den beiden kommunistischen Staaten im Jahr 2011 um 1,97 Mrd. Dollar (1,5 Mrd. Euro) auf 5,6 Mrd. Dollar gestiegen ist. Derzeit mache der Handel mit China 70,1 Prozent von Nordkoreas Außenhandel aus, 2007 seien es noch 41,7 Prozent gewesen, hob die Statistikbehörde in Seoul hervor.
Der Anteil Südkoreas an Nordkoreas Außenhandel sank hingegen von 38 Prozent im Jahr 2007 auf 21 Prozent 2011. Die Beziehungen zwischen den Nachbarstaaten, die sich offiziell noch immer im Kriegszustand befinden, hatten sich in den vergangenen Jahren weiter abgekühlt.
Wiedervereinigung trotz hoher Kosten für Südkorea positiv
Aber auch wenn eine Wiedervereinigung des Nordens mit dem Süden nach Schätzungen des südkoreanischen Finanzministeriums umgerechnet jährlich bis zu sieben Prozent der Wirtschaftsleistung des südlichen Nachbarn kosten würde, dürften die positiven Aspekte eines Zusammenschlusses überwiegen. So könnte der Süden von billigeren Arbeitskräften und den Ressourcen des Nordens profitieren. Zudem würde politische Stabilität auf der koreanischen Halbinsel ein sichereres Umfeld für ausländische Investoren schaffen. Auch könnte die Zusammenarbeit mit Nachbarstaaten intensiviert werden - zum Beispiel mit Russland durch den Bau einer Gaspipeline.
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