Do, 13. Dezember 2018

Nach Assads Sturz

23.12.2012 16:23

Radikale Islamisten wollen Gottesstaat in Syrien errichten

Radikale Islamisten, die in Syrien immer mehr an Stärke zulegen, wollen nach dem Sturz von Präsident Bashar al-Assad einen Gottesstaat im Bürgerkriegsland errichten. In einem Internetvideo verkündeten sie am Wochenende die Bildung einer Islamistenfront. Ihr Ziel sei eine islamische Gesellschaft, die nach dem islamischen Recht regiert werden solle.

Im syrischen Bürgerkrieg gewinnen zunehmend auch Dschihadisten an Einfluss. So hat sich im Norden des Landes und im Großraum Damaskus die islamistische Al-Nusra-Front breitgemacht, die von der US-Regierung jüngst zur Terrororganisation erklärt wurde.

Aus der Unruheprovinz Hama meldete sich nun eine weitere Rebellengruppe zu Wort und drohte zwei christlichen Ortschaften in der Region.

In der Videobotschaft waren sieben bewaffnete Männer zu sehen, die schwarze Stirnbänder mit dem islamischen Glaubensbekenntnis trugen. Einer der Männer richtete eine Warnung an die Christen. Sollten sie Assad-Kämpfer nicht ausliefern, würden sie angegriffen, betonte er. Die Organisation für Islamische Kooperation verurteilte die Drohungen umgehend.

Die im November von zahlreichen Oppositionsgruppen gegründete "Nationale Koalition" erkennen die radikalen Islamisten - anders als die internationale Staatengemeinschaft - nicht als legitime Vertreterin des syrischen Volkes an.

UNO-Bericht zeichnet düsteres Bild von Syrien
Der Aufstand gegen das Assad-Regime verwandelt sich immer mehr auch in einen religiös-ethnischen Konflikt, der zunehmend erbitterter geführt wird. "Ganze Religionsgemeinschaft laufen Gefahr, aus dem Land gedrängt oder innerhalb des Landes getötet zu werden", heißt es in einem aktuellen Bericht der Vereinten Nationen.

Christen, Kurden und Turkmenen seien jetzt auch in den bewaffneten Konflikt hineingezogen worden. "Das ist eine neue Entwicklung der vergangenen Monate: In einigen Fällen haben sie für die Selbstverteidigung zu den Waffen gegriffen", erklärte vor wenigen Tagen der brasilianische Diplomat Paulo Pinheiro. Die zur Untersuchung des Konflikts eingerichtete Kommission sei "extrem besorgt über die Anwesenheit ausländischer Kämpfer, von denen einige Verbindungen zu extremistischen Gruppen haben". Diese Ausländer kämen aus Europa, Amerika und dem Nahen Osten.

Vor diesem Hintergrund erscheinen die Drohungen der Islamisten als durchaus ernst.

Rebellen nehmen Militärstützpunkt ein
Unterdessen dürften den Rebellen ein weiterer Schlag gegen die Truppen Assads gelungen sein. Laut Angaben der Opposition eroberten Kämpfer am Sonntag einen Militärstützpunkt in der Nähe der Hauptstadt. Zuvor hatte es heftige Kämpfe um das Lager unweit der Ortschaft Ras al-Ain gegeben, wie der Nachrichtensender Al-Jazeera unter Berufung auf die Freie Syrische Armee berichtete. Meldungen aus Syrien sind jedoh wegen der Medienblockade des Regimes von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen.

Chemische Waffen sind laut Russland in Sicherheit
In letzter Zeit gab es auf internationaler Ebene immer wieder Spekulationen über die Bestände an chemischen Waffen, die sich im Besitz der Regierung befinden, und ob diese sogar einen Einsatz solcher in Erwägung zöge.

Russland betonte am Samstag, dass die syrische Regierung die Kontrolle über die Chemiewaffen im Land habe. "Die syrischen Behörden haben diese Vorräte in ein oder zwei Zentren konzentriert. Vorher waren sie über das ganze Land verteilt", sagte Außenminister Sergej Lawrow der Agentur Interfax zufolge. Die Führung tue alles, um die Waffen zu sichern. Auch die USA hätten zugestanden, dass Chemiewaffen in Händen der Regierungsgegner die größte Gefahr in Syrien seien, sagte Lawrow. Russland ist bisher ein Partner Assads.

Erneute Vermittlungsversuche der UNO
Am Sonntag traf der internationale Syrien-Gesandte Lakhdar Brahimi erneut in Damaskus ein, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Bisherige Vermittlungsversuche des UN-Diplomaten waren fehlgeschlagen. Zuletzt war eine Waffenpause während des islamischen Opferfests Ende Oktober gescheitert.

Wintereinbruch verschlimmert Situation der Flüchtlinge
Dem seit März andauernden Konflikt sind inzwischen mehr als 42.000 Menschen zum Opfer gefallen. Mehr als zwei Millionen Menschen sind auf der Flucht. Ein Schlechtwettereinbruch im Nahen Osten verschlechtert die Lage der syrischen Flüchtlinge weiter. Nach Schätzungen des UNO-Flüchtlingshochkommissariats UNHCR sind zur Zeit etwa 500.000 Syrer ins benachbarte Ausland geflohen. Im Land selbst seien 1,2 Millionen Menschen auf der Flucht.

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