Sa, 21. Juli 2018

Klimawandel-Folge

05.12.2012 13:26

Warnung: Reis, Mais und Getreide 2030 doppelt so teuer

Die Entwicklungsorganisation Oxfam warnt in einem aktuellen Bericht vor den Folgen des Klimawandels auf Grundnahrungsmittel wie Reis, Getreide und Mais. Bis 2030 könnten sich die Preise hierfür um 107 bis 177 Prozent erhöhen, so Oxfam, dazu kämen weitere kurzfristige Erhöhungen von bis zu 140% durch extreme Wetterphänomene. Wenn nicht endlich eingegriffen werde, könnten Millionen Menschen in Entwicklungsländern ihre Existenz verlieren, so die düstere Warnung.

Der Klimawandel trägt laut Oxfam auf zwei Arten zur ohnehin prekären Lage bei den Lebensmittelpreisen und somit dem Hunger in weiten Teilen der Welt bei: Einerseits steigen die Durchschnittstemperaturen jedes Jahr, während sich die Niederschlagsmuster verändern und zu Überflutungen führen. Dazu kommen immer mehr extreme Wetterphänomene wie Dürren, Hitzewellen und Überflutungen, die den Druck auf die Nahrungsmittelproduktion erhöhen.

Dieser Faktor sei bei bisherigen Überlegungen allerdings meist übersehen worden, so Oxfam im Bericht "Extreme Weather, extreme Prices". Allein durch den Klimawandel droht demnach 2030 ein Preisanstieg bei Mais von 177%, bei Weizen von 120% und bei Reis von 107%. Dazu könnte diversen Modellrechnungen zufolge eine zusätzliche, kurzfristige Teuerung durch extremes Wetter von bis zu 140% kommen.

Beispiele der letzten Jahre zeigen Auswirkungen
Dadurch seien Engpässe ebenso zu erwarten wie eine Destabilisierung der Märkte. Einen ersten Einblick habe etwa die Dürre in den USA 2012 gegeben, aber auch jene in Russland 2010, die zu einem Exportstopp geführt und so die Preise für Grundnahrungsmittel nach oben getrieben hatte. Die folgenden Preissteigerungen hätten in weiten Teilen der Welt für politische Instabilität und sozialen Unruhen geführt.

Es geht um Leben und Tod
Für viele Menschen in Entwicklungsländern gehe es um Leben und Tod, so Oxfam. Dort würden bis zu 75% des Einkommens für Essen ausgegeben. Allein die Preisanstiege 2007/08 haben laut Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO (FAO) zu acht Prozent mehr unterernährten Menschen in Afrika geführt. Seit der neuerlichen Verteuerung 2010 hungern geschätzte 925 Millionen Menschen weltweit.

Unterernährte Kinder, Schulden, Migration
Besonders kurzfristige Preisspitzen, die durch extreme Wetterphänomene ausgelöst werden, seien für diese Menschen bedrohlich, legt Oxfam dar. Schließlich könne man sich daran nicht anpassen. Insbesondere Kinder seien dann von Unterernährung betroffen.

Doch solche plötzlichen Preisanstiege haben noch andere Folgen in Entwicklungsländern: Nach einer Teuerungswelle 2011 seien viele Menschen gezwungen gewesen, Schulden zu machen, ihre Kinder von der Schule zu nehmen, früh zu heiraten und ihre Heimat zu verlassen. Es werde zudem von Krise zu Krise schwieriger für die Gesamtwirtschaft, sich zu erholen.

Regionale, nachhaltige Produktion nötig
Solche Extreme bei Wetter und Nahrungsmittelpreisen könnten aber zur Normalität werden, warnt Oxfam. Das weltweite Produktionssystem von Nahrungsmitteln müsse daher dringend einem "Stresstest" unterzogen werden, um die Schwächen zu ermitteln und Gegenstrategien zu entwickeln. Noch sei es nicht zu spät gegenzusteuern, Investitionen in regionale, nachhaltige Nahrungsmittelproduktion sei nötig, regt Oxfam an.

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