Entwickler verhaftet

CZ: Präsident schaltet sich in “Arma 3”-Fall ein

Spiele
23.11.2012 12:32
Die Affäre um zwei wegen Spionageverdachts in Griechenland inhaftierte Entwickler der tschechischen Spieleschmiede Bohemia – krone.at berichtete – wird zum Politikum. Wie die deutsche Gaming-Website "Eurogamer" unter Berufung auf ihr tschechisches Schwesterportal berichtet, habe sich Tschechiens Präsident Vaclav Klaus persönlich mit einem Brief an seinen griechischen Kollegen Karolos Papoulias in den Fall eingeschaltet.

Die beiden 28 und 33 Jahre alten Entwickler Ivan Buchta und Martin Pezlar waren Anfang September mit Camcorder und Kamera von griechischen Offizieren dabei erwischt worden, wie sie Lager und andere militärische Einrichtungen filmten und fotografierten. Die Entwickler hätten ihr verbotenes Tun damit gerechtfertigt, dass mithilfe der Aufnahmen die Grafik ihres neuen Taktik-Shooter "Arma 3" (Bild) "bereichert" werden sollte, berichtete die griechische Website "News247" damals. Beide bestreiten dies allerdings.

Appell an griechischen Amtskollegen
Ein Einspruch der mittlerweile seit rund 70 Tagen inhaftierten Entwickler wurde erst kürzlich abgewiesen, ebenso wie ein Ersuchen, die beiden gegen Kaution freizulassen. Tschechiens Präsident Vaclav Klaus hat daher nun in einem Brief an seinen griechischen Amtskollegen appelliert, "dieser unglücklichen Angelegenheit in Anbetracht unserer exzellenten Beziehungen mit besonderer Aufmerksamkeit zu folgen, damit dies nicht unnötigerweise einen Schatten auf diese Beziehung wirft", zitiert Eurogamer.de aus dem Schriftstück.

Klaus selbst hege demnach keinen Zweifel daran, dass die griechischen Behörden die Angelegenheit "unvoreingenommen und unabhängig" beurteilen werden. Er selbst wolle sich auch in keinster Weise in ihre Arbeit einmischen, jedoch sichergehen, dass den Beschuldigten "bei der Suche nach Gerechtigkeit durch die griechischen Behörden alle Rechte eingeräumt werden". Angeblich sind die Haftbedingungen sehr hart: Die beiden Tschechen sollen sich ihre Zelle mit über 20 anderen Männern teilen müssen.

Der tschechische Entwickler Daniel Vavra, der unter anderem an den beiden ersten "Mafia"-Spielen mitgearbeitet hat, hat unterdessen für die kommende Woche zu einer Demonstration in Prag aufgerufen, um seinen inhaftierten Kollegen zu helfen.

Bereits im Vorfeld Spannungen
Der voraussichtlich Anfang 2013 erscheinende Taktik-Shooter "Arma 3" führt ins Jahr 2034, in dem die Türkei und Griechenland vom Iran angegriffen werden. Wegen der Verwendung von Kartenmaterial der Insel Limnos soll es schon zuvor zu Problemen mit deren Bürgermeister Antonis Hatzidiamantis gekommen sein. Er habe die Veröffentlichung wegen der Spannungen mit der Türkei als "strategisch problematisch" bezeichnet, so "ComputerAndVideogames".

Schon 2001 Hobby-Fotografen eingebuchtet
Die beiden Entwickler sind nicht die Ersten, die in Griechenland wegen angeblicher Spionage in die Bredouille geraten sind: 2001 wurden acht von zwölf britischen Touristen, die bei einer Flugshow mit Fotoverbot Fluggeräte des griechischen Militärs abgelichtet hatten, zu drei Jahren Haft verurteilt. Das strenge Spionagegesetz im Land ist auf die Spannungen mit der Türkei zurückzuführen.

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