Fitch begründete die Herabstufung vor allem mit dem schwächeren makroökonomischen Umfeld - die zypriotische Wirtschaft werde im laufenden Jahr um mehr als zwei Prozent schrumpfen. Dies sei schlechter als noch im Juni erwartet. Die Rezession dürfte laut der US-Ratingagentur zudem bis ins Jahr 2014 hinein anhalten.
Die Entwicklung des Staatshaushalts habe die Erwartungen enttäuscht, außerdem sei die Unsicherheit über die Kosten der Bankenrekapitalisierung groß. Das Land leidet unter der engen Verflechtung seines Bankensektors mit dem von Griechenland.
Zypern will Gelder aus dem ESM
Nikosia strebt Hilfen aus dem Euro-Rettungsschirm ESM an, derzeit wird über die Bedingungen dafür verhandelt. Es wird spekuliert, dass Zypern zwischen elf und 16 Milliarden Euro benötigt, den Großteil davon für seinen angeschlagenen Bankensektor.
Laut Fitch habe die Verzögerung bei der Aushandlung eines Hilfspakets mit der Geldgeber-Troika bestehend aus EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds ebenfalls zu der Verschlechterung der wirtschaftlichen Bedingungen beigetragen und Zweifel am Reformwillen der Regierung geweckt. Die Agentur erwähnte hier die Reform des öffentlichen Sektors und die Korrektur von makroökonomischen Ungleichgewichten.
Nur Griechenland noch schlechter bewertet
Die sehr schlechte Bewertung der Kreditwürdigkeit könnte die Finanzierung des Landes über die Märkte noch mehr erschweren. Die beiden anderen großen Ratingagenturen Standard & Poor's ("B") und Moody's ("B3") bewerten die Kreditwürdigkeit von Zypern allerdings noch schlechter als Fitch. Von allen drei Agenturen wird von den Staaten der Euro-Zone nur Griechenland noch schlechter bewertet als Zypern.
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