Yuja Wang, in China geborene und in den USA lebende Klaviervirtuosin, gastierte im Musikverein und erntete für ihr brillantes Spiel Ovationen.
Und los! Keine halbe Sekunde dauert die energische Verbeugung, und schon sitzt sie am Klavier. Yuja Wang, so etwas wie eine Weltmeisterin in Perfektion, gab im Musikverein eines ihrer – wie immer - frenetisch umjubelten Konzerte. Und dass sie stehende Ovationen erntet, ist kein Wunder. Denn selten hört man so klar strukturierte Klänge, makellos in allen Lagen, Dynamiken und Tempi.
Ob Samuel Barbers Klaviersonate op. 26, eine Auswahl an Präludien und Fugen von Dmitri Schostakowitsch oder Balladen von Frédéric Chopin: Immer balanciert sie alles aus, arbeitet mit starken, manchmal fast grellen Kontrasten. Und immer fasziniert ihre Technik, immer brilliert sie mit ihrer Fingerfertigkeit und sorgt dafür, dass die Zuhörer bewundernd die Köpfe schütteln. Das alles mit einer Durchsichtigkeit und einer Leichtigkeit.
Und ja, was für ein Klangtheater! Hier zirpt es, dort leuchtet es, dann wieder majestätischer Vollklang. Immer auf den Punkt, immer perfekt. Und immer unglaublich kontrolliert. So sehr, dass ich mir – besonders bei Chopin - manchmal ein Atmen-Lassen und mehr ein Singen des Klaviers gewünscht hätte.
Oliver Lang
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