Die Vorarlberger Klein- und Mittelunternehmen (KMU) lassen sich von den aktuellen Herausforderungen nicht unterkriegen, sie blicken größtenteils zuversichtlich in die Zukunft. Was nicht zuletzt daran liegt, dass die meisten Betriebe sehr solide aufgestellt sind.
Vorarlberg ist ein Land der Klein- und Mittelbetriebe: Diese machen 99,8 Prozent aller Unternehmen aus und beschäftigen fast 70 Prozent der Arbeitnehmer im Land. Das Rückgrat der heimischen Wirtschaft hat allerdings mit den aktuell wenig erfreulichen Rahmenbedingungen zu kämpfen, wie eine aktuelle IMAS-Studie im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen zeigt: So gaben 68 Prozent der befragten Betriebe an, dass das Marktumfeld in den vergangenen zwei bis drei Jahren schwieriger geworden sei.
Preissteigerungen und schlechte Auftragslage
Als Hauptgründe werden Preissteigerungen, der mit der Online-Konkurrenz einhergehende Preisdruck, die schlechte Auftragslage und der Arbeitskräftemangel genannt. „Die Unternehmen spüren die Nachwirkungen der Krisen der vergangenen Jahre. In Kombination mit dem Arbeitskräftemangel stellt das viele vor Herausforderungen“, fasst Martin Jäger, Sprecher der Vorarlberger Sparkassen, die Studienergebnisse zusammen.
68 Prozent der im Zuge der Studie befragten Vorarlberger Klein- und Mittelbetriebe gaben an, dass das Marktumfeld in den vergangenen Jahren schwieriger geworden ist.
Angesichts all dieser Widrigkeiten ist es durchaus erstaunlich, dass immerhin fast zwei Drittel aller KMU nach wie vor optimistisch in die nahe Zukunft blicken. Das zeige auch, wie solide die meisten Betriebe aufgestellt seien, so Jäger: „In Vorarlberg konnten viele Unternehmen während der vergangenen Jahre ihre Kapitalbasis nachhaltig stärken und stehen heute auf sehr gesunden Beinen. Das macht sie einerseits widerstandsfähiger und ermöglicht andererseits Investitionen in ihre Zukunft.“
Hoffnung auf Zinssenkungen
Befragt nach den Anforderungen der Zukunft, geben sich die Ländle-KMU keinen Illusionen hin: So gehen 86 Prozent davon aus, dass die Bürokratie weiter zunehmen wird, 64 Prozent rechnen zudem mit keiner Entspannung hinsichtlich des Fachkräftemangels. Immerhin in Sachen Finanzierungskosten besteht laut Jäger die Hoffnung auf eine baldige Besserung: „Wir erwarten in der Juni-Sitzung der EZB eine erste Zinssenkung und – abhängig von der Inflation – weitere Zinssenkungen in diesem Jahr.“
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