07.11.2012 19:36 |

Als 51. Bundesstaat

Referendum: Puerto Rico für Anschluss an die USA

Die Bürger von Puerto Rico haben erstmals dafür gestimmt, dass ihre Inselgruppe als 51. Bundesstaat vollständig den USA angehören soll. In einem am Dienstag abgehaltenen - nicht bindenden - Referendum votierte die Mehrheit der mehr als zwei Millionen Wahlberechtigten für den vollständigen Anschluss an die Vereinigten Staaten. Die Inselgruppe in der Karibik ist bislang lediglich mit den USA assoziiert. Nun wird sich der Kongress in Washington mit dem Votum befassen.

Wie die örtliche Wahlkommission am Mittwoch nach Auszählung der Stimmen mitteilte, votierten 54 Prozent der Wähler gegen die Fortführung des bisherigen Status eines mit den USA assoziierten Freistaats. 61 Prozent stimmten bei einer weiteren Frage zudem für den vollständigen Anschluss als 51. Bundesstaat an die Vereinigten Staaten.

Seit 1917 US-Bürger
In drei vorherigen Referenden - 1967, 1993 und 1998 - hatten sich die Puertoricaner noch für die Beibehaltung des seit 1952 geltenden Status der freien Assoziierung mit den USA ausgesprochen. Die Bewohner von Puerto Rico, das bis 1898 spanische Kolonie war, haben seit 1917 die US-Staatsbürgerschaft und dienen in den US-Streitkräften, sind in den USA aber nicht wahlberechtigt oder steuerpflichtig.

Beim jetzigen Volksentscheid, der am Tag der US-Präsidentschaftswahl stattfand, waren auf dem Stimmzettel zwei Fragen angegeben: "Sind Sie damit einverstanden, den derzeitigen politisch-territorialen Status beizubehalten?" und "Geben Sie an, welche der folgenden Optionen Sie bevorzugen: ein US-Bundesstaat werden, ein assoziierter Freistaat bleiben oder die Unabhängigkeit verlangen?" Für den assoziierten Freistaat, also den bisherigen Status, stimmten 33 Prozent, für die Unabhängigkeit 5,5 Prozent.

US-Kongress am Zug
Nach diesem Abstimmungsergebnis muss sich nun der US-Kongress mit der Causa befassen. Der wiedergewählte US-Präsident Barack Obama jedenfalls hatte bei einem Besuch in Puerto Rico im Juni 2011 (Bild) versprochen, dass seine Regierung stets an der Seite der Puertoricaner stehen werde.

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