300 m abgetrieben

Innsbruck: Bursche rettet 98-Jährigen aus eisigem Inn

Österreich
06.11.2012 08:51
Am Sonntagabend ist der 18-jährige Zirler Adel Benattia mit seiner Freundin am Inn in Innsbruck entlangspaziert. Da sah er plötzlich einen Körper im Wasser treiben. Sofort watete der junge Mann in die eisigen Fluten und rettete den hilflos Treibenden – einen 98-jährigen Innsbrucker.

So viel Zivilcourage würde man sich von jedem Bürger wünschen! "Ich ging mit meiner Freundin Monika um etwa 19 Uhr am Radweg, der parallel zum Inn angelegt ist, spazieren. Auf Höhe des Hallenbades im Olympiadorf sah ich einen Körper zwei Meter vom Ufer entfernt im Inn treiben", schilderte der junge Zirler.

Eiskalten Körper mit Jacken bedeckt
Ohne auch nur eine Sekunde zu zögern, rannte Adel Benattia die Böschung hinunter und stand sofort bis zu den Hüften im Wasser. "Mit einer Hand zog ich den Körper an mich heran, um ihn dann wie ein Baby auf den Radweg zu tragen", erzählte der 18-Jährige.

Dort angekommen, zog der junge Zirler dem Bewohner eines nahen Heims die Kleidung bis auf die Unterhose aus. "Wir bedeckten den eiskalten Körper mit unseren Winterjacken. Meine Freundin alarmierte die Rettung, die innerhalb kürzester Zeit eintraf."

Rund 300 Meter abgetrieben
Dem 98-Jährigen ging es am Montag in der Klinik schon wieder besser. Weil seine Gehhilfe auf Höhe der An-der-Lan-Straße gefunden wurde, dürfte er rund 300 Meter abgetrieben worden sein.

Für Adel gab es am Montag übrigens gleich den nächsten aufregenden Tag: Er musste zur Musterung beim Heer. Nach Abschluss der Lehre als Maschinenmechaniker möchte er den Präsenzdienst absolvieren.

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