01.11.2012 20:05 |

Kontrollamt-Bericht

Wien: Segelboote in Öffi-Werkstatt gestrichen

Nächster Mosaikstein eines Sittenbilds - oder erneut ein Einzelfall? In der Prüfstelle der Werkstatt der Wiener Linien fand das Kontrollamt massive Verfehlungen: So wurden dort Segelboote statt Linienbussen gestrichen und Kfz-Prüfpickerl überaus locker an Private vergeben. Auch der Personalstand wird viel zu hoch gehalten.
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So seien laut des Kontrollberichts sechs Mitarbeiter in der Kfz-Prüfstelle beschäftigt, doch für die tatsächlich anfallenden Tätigkeiten nur zwei Arbeiter nötig. Und auch der Wert der erbrachten Leistungen sei keinesfalls zufriedenstellend: Das Team der Prüfstelle hat einen Marktwert von 344.000 Euro erwirtschaftet, aber Kosten in der Höhe von 740.000 Euro verursacht.

Der Personalstand sorge auch dafür, dass die Mitarbeiter viel Zeit während ihres Dienstes für andere Tätigkeiten haben. So sah das Kontrollamt, dass statt Linienbussen private Segelboote gestrichen wurden - mit dem typischen Rot der Wiener Linien. Zwar existiert eine Übereinkunft mit der Geschäftsführung, dass Nebentätigkeiten erlaubt sind (!), allerdings ist die Verwendung von Material des Dienstgebers verboten.

"Pickerl"-Vergabe auch an 82 Privatfahrzeuge
Weiters stellte das Kontrollamt fest, dass die Räumlichkeiten der Wiener-Linien-Werkstätte über Wochen hinweg als Abstellplatz für Privatfahrzeuge - darunter Wohnmobile, aber auch diverse Anhänger - und auch privates Reifendepot der Mitarbeiter genutzt wurde. Die Reifen befanden sich zum Großteil in einem abgesperrten Lager, das eigentlich für die Räder der Autobusse gedacht ist. Insgesamt habe es sich nach Angaben des Kontrollamts um Reifen für rund 30 private Pkws gehandelt.

Ebenso kurios: Die Wiener-Linien-Prüfstelle vergab "Pickerl" (§57a-Prüfung) nicht nur an ihre eigenen Fahrzeuge, sondern auch an 82 Private. Deren Pkws waren im Schnitt 17 Jahre alt. Aber es wurden nie schwere Mängel an den Autos dokumentiert...

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