So, 21. Oktober 2018

Prozess in Dubai

16.10.2012 08:58

Adelsmayr vor Urteil "zunehmend angespannt"

Im Mordprozess gegen den in Dubai angeklagten oberösterreichischen Arzt Eugen Adelsmayr soll der Richter am kommenden Sonntag das Urteil verkünden. Dann sind genau 462 Tage seit der Prozesseröffnung vergangen, es ist der insgesamt 20. Verhandlungstermin. Der Mediziner wird nicht in die Vereinigten Arabischen Emirate reisen. "Ich bin zunehmend angespannt", sagte Adelsmayr. Er habe "für das Finale keine Erwartungen - weder positiv noch negativ".

Allerdings: "Schuldig müssen sie mich fast sprechen." Ein Ende der Causa ist noch nicht absehbar: "Wird die vom Staatsanwalt geforderte Strafe nicht verhängt, wird automatisch berufen", sagte der 53-Jährige. Der Staatsanwalt im Wüstenstaat hatte in seiner Anklage die Exekution des Bad Ischlers gefordert.

Welche Konsequenzen eine Verurteilung in dem arabischen Land haben wird, hängt laut dem Mediziner von der Strafe ab. "Im schlimmsten Fall lande ich auf einer internationalen Fahndungsliste und meine Reisetätigkeit wird eingeschränkt."

Vor mittlerweile 15 Monaten, am 17. Juli 2011, war der Prozess gegen den Bad Ischler eröffnet worden, dem wie einem indischen Kollegen der Tod eines Patienten im Februar 2009 durch unterlassene Hilfeleistung und eine hohe Dosis Opiate zur Last gelegt wird. Ende Dezember 2011 war der 53-Jährige das bisher letzte Mal in Dubai, um der Verhandlung beizuwohnen. Im Jänner 2012 musste er einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen: Seine Frau verstarb im 57. Lebensjahr.

"Meine Wahl der Waffen war das geschriebene Wort"
Unterdessen hat der Bad Ischler - wie berichtet (siehe Infobox) - ein Buch über seine Zeit in Dubai geschrieben. "Von einem, der auszog", so der Titel des Werkes, ist seit 27. September im Handel erhältlich. "Weil ich vor Gericht völlig machtlos bin, war meine Wahl der Waffen das geschriebene Wort", sagte Adelsmayr. Allerdings führte das Niederschreiben seiner Geschichte nicht zu jenem Abschluss, den er erhofft hatte. "Es geht nur auf einer anderen Ebene weiter."

Seit März arbeitet der 53-Jährige als selbstständiger Anästhesist in einer Salzburger Privatklinik. Beruflich wieder ins Ausland zu gehen, kann sich der Bad Ischler vorstellen - allerdings nicht mehr in den arabischen Raum. Das sei emotional zu belastend, "ich glaube das würde ich mir nicht mehr antun".

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