Der Landesrechnungshof hat sich die Pläne für den Radweg durch die Lieserschlucht angeschaut. Und dabei fallen horrende Kosten für das Land an. Während die Regierung kräftig in die Taschen greifen muss, dürfen sich die angrenzenden Gemeinden über Geld freuen.
Mit der Sanierung der Ertlwand konnte schon die Verkehrssicherheit an einer Engstelle der Lieserschlucht verbessert werden. Nun legte das Land Anfang Februar dem Landesrechnungshof das zweite Teilprojekt „Radweg, Entwässerung und Deckensanierung“ zum Großvorhaben „Radweg durch die Lieserschlucht“ vor. Während die Ertlwand mit knapp 2,94 Millionen Euro zu Buche schlägt, kostet Teil zwei rund 20,5 Millionen. Von 23,45 Millionen Gesamtkosten bleiben beim Land 19,5 Millionen „picken“.
Gemeinden erhalten sogar Geld
Skurriles Detail: Die hohe Inflation der vergangenen Jahre brachte für die beteiligten Anrainergemeinden in reellen Zahlen einen Rabatt. Denn für deren Beitrag von 1,2 Millionen Euro ist keine Wertsicherung vorgesehen – die Baukosten stiegen aber um 33,5 Prozent. „Somit beträgt der Zuschuss der Gemeinden real nur noch 75 Prozent des ursprünglich vereinbarten Betrags“, heißt es dazu im Bericht des LRH. Auch der Anteil des Bundes blieb gleich. Deshalb muss das Land tiefer in die Tasche greifen. Der LRH kritisiert auch dieses Verfahren.
„Wir empfehlen, dafür Vergabeverfahren zu wählen, die eine Verhandlung über den Auftragsinhalt zulassen. So wird dieser vor der Beauftragung konkretisiert“, sagt LRH-Direktor Günter Bauer.
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