Beschlagnahmt
Hedgefonds hält in Ghana Argentiniens Flaggschiff fest
Laut einem Bericht der britischen "Financial Times", stellte ein ghanaisches Gericht das mit einer 200 Mann starken Crew besetzte Dreimaster-Segelschiff unter Arrest. Die Libertad wurde im Hafen von Tema verankert und wird dort auch bleiben, wenn nicht zehn Millionen Dollar Kaution überwiesen werden, was als unwahrscheinlich gilt.
Die einstweilige Verfügung wurde von der Elliott-Tochter NML Capital beantragt. Der vom US-Millionär Paul Singer betriebene New Yorker Hedgefonds - mit 15 Milliarden Dollar Kapital einer der größten - will Anleiheschulden aus dem Jahr 2001 eintreiben. Elliott gilt als Profi, wenn es um langjährige juristische Scharmützel mit zahlungsunwilligen Regierungen geht.
Gläubiger bekamen pro Schuldendollar 30 Cent zurück
Argentinien hatte sich vor zwölf Jahren bankrott erklärt und den Zahlungsdienst gegenüber seinen Gläubigern eingestellt. Es ging um einen Gesamtbetrag von etwa 100 Milliarden Dollar (77,2 Milliarden Euro). Davon sind zwischen 2005 und 2010 ungefähr 93 Prozent umgeschuldet worden. Gläubiger haben im Rahmen dieser Deals lediglich 30 Prozent ihrer Forderungen erhalten.
Elliott zählt zu einer Reihe von Investoren, die sich an diesem Schuldenschnitt nicht beteiligt hatten. Sie versuchen jetzt, auf dem Rechtsweg die volle Rückzahlung durchzusetzen. Vor Gerichten in den USA und Großbritannien hat sich Elliott schon Rückzahlungen in Höhe von 1,6 Milliarden Dollar erklagt, von der argentinischen Regierung bis dato aber noch keinen Cent erhalten. Eine von Singer gegründete Anti-Argentinien-Lobby behauptete am Donnerstag, Argentinien habe Geldreserven im Umfang von 45 Milliarden Dollar und könne seine Schulden damit locker zurückzahlen.
Argentinien: Hedgefonds betreibt "moderne Piraterie"
Das argentinische Außenministerium erklärte den Hedgefonds indes zu einem "modernen Piraten". Die Beschlagnahmung der Libertad verstoße gegen internationales Recht, Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner werde sich nicht erpressen lassen. Argentinische Diplomaten hätten Ermittlungen in Ghana begonnen, um aufzuklären, mit welchen Tricks "diese skrupellosen Finanzhaie" die Beschlagnahmung durch die ghanaischen Behörden erreichten.
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