Mit Jazz mit lateinamerikanisch-karibischer Note machten Jazzbassist Avishai Cohen und seine Banda den Großen Saal des Wiener Konzerthauses zum Tanzsaal.
Der Rhythmus ist bezwingend, die Melodien fröhlich-melancholisch und es bleibt reichlich Platz für die persönliche Note - Jazzbassist Avishai Cohen widmet sich in seinem neuen Projekt „Iroko“ dem Latin-Jazz. Mit seiner fünfköpfigen Banda spornte er nun im Wiener Konzerthaus recht erfolgreich zum Tanz an. Alles Salsa usw!
Die langjährige Freundschaft des aus Israel stammenden, seit vielen Jahren in New York lebenden Cohen mit dem Conga-Virtuosen Abraham Rodriguez jr. war der Auslöser für den musikalischen Ausflug in den Süden. Der mythische Iroko-Baum als Namensgeber soll verschiedene Geister beherbergen – die es zu bannen gilt. Da erscheinen also im Reigen der afro-karibischen und Eigenkompositionen auch die Romantiker Gabriel Fauré, Bob Marley und James Brown im neuen Klang und geben sich dem schwül-sinnlichen Lebensgefühl hin, das im gleichförmigen, vielstimmigen Gesang eine deutlich hypnotische Wirkung erzeugt. Zweimal Perkussion, einmal Trompete, einmal Saxophon und mit weiblicher Stimme ergänzt. Cohens Bass ist prägnant - nicht nur rhythmisch, sondern auch bemerkenswert melodisch, der sonore Klang der gestrichenen Saiten erzählt packende Geschichten, tritt mit der Stimme von Virginia Alves in einen leidenschaftlichen Flamenco-Dialog und gibt sich dann mit den Banda-Partnern wieder vollends dem archaischen Rhythmus hin – alles Perkussion! Auch der Kontrabass wird zum Schlagwerk. Die bösen Geister sind ihre Schranken gewiesen – mit Klang, Tanz und mit einem kleinenHandy-Lichtermeer.
Verena Kienast
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