Hilfspaket auf Kippe
Griechenland fehlen nicht 20, sondern 30 Milliarden Euro
Laut dem "SZ"-Bericht steht mit den neuesten Finanzdetails aus Athen nun völlig offen, ob und wann das Euro-Land die nächste dringend benötigte Tranche aus dem insgesamt 130 Milliarden schweren zweiten Hilfspaket erhält. Die wesentlichen Vorgaben würden nämlich nicht erreicht: Griechenland werde es nicht schaffen, ab 2015 seinen Haushalt eigenständig zu finanzieren. Ebenso werde es nicht möglich sein, den griechischen Staat ab 2020 ohne Unterstützung bei der Schuldenfinanzierung zu führen.
"Wir haben jetzt ein grundsätzliches Problem"
Griechenlands Premier hat zuletzt um zusätzliche zwei Jahre gebeten, um die ins Stocken geratene Umsetzung der Sparvorgaben wieder anzukurbeln und die Ziele zu erreichen. IWF-Chefin Christine Lagarde unterstützte den Vorschlag. Deutschland als finanzstärkstes Euro-Land will das aber so nicht akzeptieren. "Wir haben jetzt ein grundsätzliches Problem", wird ein EU-Diplomat in der "SZ" zitiert.
Die Regierung in Athen verhandelt derzeit mit der Troika aus EU, EZB und IWF über ein neues, fast zwölf Milliarden Euro umfassendes Sparpaket, das als Voraussetzung für die Auszahlung einer weiteren Milliarden-Tranche aus dem Hilfsfonds gilt. Bislang hat die Regierung der Troika etwa zugestanden, das Renteneintrittsalter um zwei Jahre auf 67 Jahre anzuheben. Auch weitere Verschlechterungen für die Bevölkerung bei Sozial- und Rentenleistungen sind geplant. Wann die Troika dann ihren Abschlussbericht vorlegen wird, ist noch unklar.
Umfrage: Österreicher wollen keine Nachsicht mit Griechen
Die Österreicher halten indes laut einer aktuellen "market"-Umfrage dem Euro weiterhin die Stange (57 Prozent Zustimmung), fordern aber eine strenge Handhabung des Griechenland-Problems: 65 Prozent beharren auf den Vereinbarungen und den vorgesehenen Terminen. Nur 23 Prozent treten dafür ein, dass die übrigen Euro-Staaten Verständnis zeigen und mehr Zeit für die Umsetzung der Sparmaßnahmen gewähren sollten.
Uneinig sind sich die Österreicher, was einen eventuellen Austritt Griechenlands aus dem Euro-Raum betrifft. 33 Prozent vermuten längerfristig eher positive Folgen. 26 Prozent rechnen mit negativen Konsequenzen, 25 Prozent erwarten keine besonderen Folgen.
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