Inselstreit

Taiwan mischt sich ein, Japan schießt mit Wasserwerfern

Ausland
25.09.2012 09:23
Die japanische Küstenwache hat im Streit um eine unbewohnte Inselgruppe Wasserwerfer gegen taiwanesische Schiffe eingesetzt, die in das von Japan und China beanspruchte Gebiet vorgedrungen sind. Die rund 40 taiwanesischen Fischerboote sowie die acht Wasserfahrzeuge der taiwanesischen Küstenwache hätten daraufhin die Hoheitsgewässer wieder verlassen, teilte die japanische Küstenwache am Dienstag mit.

Bildern des Senders NHK zufolge verteidigte sich ein taiwanesisches Patrouillenboot ebenfalls mit Wasserwerfern. Die Regierung in Tokio forderte Taiwan auf, Japans Hoheitszone nicht zu verletzen. Am Vortag waren auch erneut chinesische Schiffe nahe der in Japan Senkaku und in China Diaoyu genannten Inseln aufgetaucht.

Taiwan erhebt wie Japan und China Anspruch auf die Felseninseln. Taiwan unterhält traditionell enge Beziehungen zu Japan. Allerdings gab es immer wieder Reibereien über die Fischfangrechte in der Region. China betrachtet Taiwan hingegen als abtrünnige Provinz. Unterdessen nahm der japanische Vize-Außenminister Chikao Kawai am Dienstag in Peking Gespräche mit der chinesischen Seite auf.

Im Mittelpunkt der Gespräche sollte das Verhältnis der beiden Länder stehen, das kürzlich von der Auseinandersetzung über die Inselgruppe belastet wurde. China werde Japan auffordern, seine Fehler zu korrigieren und sich für bessere Beziehungen einzusetzen, erklärte das chinesische Außenamt.

Chinesen blockierten japanische Botschaft in Budapest
Doch auch im weit entfernten Ungarn schlägt der Inselstreit nun Wellen. 150 in Ungarn lebende Chinesen blockierten am Montagnachmittag mit ihren Autos die japanische Botschaft, wie die ungarische Polizei mitteilte. Ein Demonstrant warf Eier gegen das Botschaftsgebäude. Er wurde kurzzeitig inhaftiert. Ansonsten verlief die Kundgebung friedlich. Die Polizei dementierte Medienberichte, wonach der japanische Botschafter von Sicherheitskräften aus der Botschaft eskortiert werden musste.

In Ungarn leben seit dem Ende des Kommunismus mehrere Zehntausend Chinesen, die vornehmlich Handels- und Geschäftstätigkeiten nachgehen. China und Japan streiten seit Jahrzehnten um die Felseninseln, die in Japan Senkaku heißen, in China Diaoyu. Der jüngst neu entflammte Streit hatte zu massiven anti-japanischen Protesten in China geführt und die Beziehungen zwischen den beiden asiatischen Nachbarn in eine Krise gestürzt.

Kauf durch reichen Japaner ließ Streit eskalieren
In dem Gebiet gibt es reiche Fischgründe. Zudem werden große Öl- und Gasvorkommen vermutet. Ausgelöst wurde die Krise durch den Kauf von drei der Inseln durch die japanische Regierung. Tokio hatte damit verhindern wollen, dass die Inseln von japanischen Nationalisten erworben werden. China nannte den Kauf jedoch illegal.

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