Generationenkonflikte, psychische Probleme, mehr Krankenstände: Der Arbeitsmarkt steckt in der Krise. Vor allem junge Menschen fassen nur schwer Fuß. Die „Krone“ hat auf der Jobmeile mit einigen gesprochen.
Nach der Jobmesse im Rathaus diese Woche fand mit der Caritas-Jobmeile am Freitag gleich die nächste einschlägige Veranstaltung statt. Diese Angebote braucht es auch, wenn man einen Blick auf die Arbeitslosenzahlen wirft, die zuletzt wieder stark gestiegen sind.
Vor allem Menschen, die am Beginn oder am Ende ihres Berufslebens stehen, haben Probleme, Fuß zu fassen. Warum ist das so?
„Zu uns kommen oft junge Menschen, die um die 20 Jahre alt sind und die nach dem Schulabschluss nichts mehr gemacht haben“, erzählt ein waff-Berater. Nach der langen Pause hätten sie Probleme, wieder ins Lernen hineinzufinden oder einem geregelten Alltag mit Job nachzugehen. Hinzu kommt, dass viele Arbeitgeber noch von der alten Schule sind und wenig Verständnis für ihre Mitarbeiter und deren Bedürfnisse zeigen.
„Könnte in meinem Unternehmen eine eigene Psychologin anstellen“
Ein Beispiel ist das Handy, das die jungen Menschen nicht mehr aus der Hand geben wollen. Eine große Rolle spielen auch die psychischen Beeinträchtigungen, die seit Corona stark zugenommen haben. Diese führen zu häufigeren Krankenständen. „Ich könnte in meinem Unternehmen eine eigene Psychologin anstellen“, meint Swantje Meyer-Lange, Vorsitzende von „arbeit plus“.
Aber nicht nur Negatives gibt es vom Jobmarkt zu berichten: Durch die 22 Beratungs- und Beschäftigungsprojekte der Caritas konnten im vergangenen Jahr 1387 Menschen in einen Job vermittelt werden. So auch Ambros L.: „Ich habe die Schule während der Pandemie abgeschlossen, dann war es schwierig, etwas zu finden.“
Durch die Caritas hat er einen Job im Rechnungswesen gefunden. Und auch Matthias Cosmas Geschichte ist ähnlich. „Ich wusste nach der Schule nicht, was ich machen will. Jetzt habe ich meinen Traumjob gefunden.“ Als Hobby-Angler arbeitet er in der Fischzucht.
Ich wusste nicht, was ich nach dem Bundesheer machen soll. Ich wollte raus in die Natur und bin Hobby- Angler. Jetzt arbeite ich in der Fischzucht.
Matthias Csoma
Ich war mein ganzes Leben berufstätig, bis ich vor sechs Jahren meinen Job verloren habe. Wegen meines Alters habe ich es schwer, aber jetzt beginne ich als Reinigungskraft.
Karl Liszta
Ich tue mir mit der Sprache noch schwer, aber ich bin hier, um mir eine Arbeit zu suchen, bei der ich mein Deutsch aufbessern kann. Ich würde gerne Kfz-Mechaniker werden.
Mohammed Alzamd
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