Statue umgestaltet

Johannes Paul II. ähnelt künftig nicht mehr Mussolini

Ausland
19.09.2012 13:08
Die umstrittene Statue zu Ehren des seliggesprochenen Papstes Johannes Paul II., die vor dem Hauptbahnhof in Rom aufgestellt wurde, ist einer "Schönheitsoperation" unterzogen worden. Vor allem der Kopf des fünfeinhalb Meter hohen Standbildes war immer wieder Gegenstand heftiger Debatten, da er laut den Kritikern dem verhassten Diktator Benito Mussolini weitaus mehr ähnelte als dem beliebten Pontifex. Am 1. Oktober wird das umgestaltete Denkmal enthüllt.

Nunmehr sehe das Haupt (die Bilder zeigen die alte Version der Statue) dem Gesicht des polnischen Papstes endlich ähnlicher, stellte die römische Tageszeitung "Il Messaggero" am Mittwoch zufrieden fest. Außerdem wurde der Sockel, auf dem die Statue steht, um 30 Zentimeter erhöht. Auch der offene Mantel der Figur wurde geändert. Neun Monate lang dauerten die Arbeiten zum Restyling der vom italienischen Künstler Oliviero Rainaldi gestalteten Skulptur, die ab Anfang Oktober wieder auf dem Platz vor dem Roma Termini zu sehen sein wird.

In ganz Rom waren seit der Enthüllung der Statue Unterschriften zur Entfernung des umstrittenen Standbildes gesammelt worden. Das Bronzedenkmal zeigt den lächelnden Johannes Paul II. Sein Körper ist als offener Mantel dargestellt, das Innere des Kunstwerks ist hohl.

Mussolini-artiges Antlitz sorgte für Empörung
Wie viele Einwohner der italienischen Hauptstadt hatte auch die Vatikan-Zeitung "L'Osservatore Romano" das Werk heftig kritisiert. Die Frontansicht der Figur präsentiere sich als "klaffende Lücke, wie von einer Bombe". Außerdem sei der Papst nicht wirklich erkennbar. Wie römische Medien berichteten, habe vor allem die Ähnlichkeit mit Benito Mussolini gestört: "Der Kopf des Papstes ist nicht erkennbar, er ähnelt jenem des Diktators", hätte es demnach immer wieder vonseiten gläubiger wie nichtgläubiger Touristen geheißen.

Der als "Stazione Termini" bekannte Bahnhof war bereits kurz nach dem Tod des aus Polen stammenden Pontifex im Jahr 2005 in "Stazione Termini - Giovanni Paolo II" umbenannt worden. Der charismatische Vorgänger von Benedikt XVI. war am 1. Mai 2011 seliggesprochen worden. Um dies zu feiern, kamen über eine Million Pilger in die Ewige Stadt.

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