Kämpfer reisen ein

Syrien: Bürgerkrieg wird Magnet für militante Islamisten

Ausland
17.09.2012 20:59
Der Bürgerkrieg in Syrien wird nach Informationen der Vereinten Nationen immer mehr zu einem Schlachtfeld für militante Islamisten. "Die Kommission kann bestätigen, dass die Zahl der ausländischen Beteiligten in Syrien steigt, dazu gehören auch militante Jihadisten", sagte Paulo Pinheiro, der Vorsitzende einer UNO-Untersuchungskommission zu Syrien, am Montag vor dem Menschenrechtsrat in Genf.

Pinheiro warnte, die selbst ernannten Gotteskrieger, die auf der Seite der Revolutionstruppen kämpften, trügen zu einer weiteren Radikalisierung bei. Er betonte, die Regierungstruppen und die mit ihnen verbündeten Milizen hätten schlimmere Kriegsverbrechen verübt als die Rebellen. Allerdings hört man inzwischen auch von Regimegegnern zunehmend Aussagen wie: "Alle Assad-Unterstützer müssen sterben".

UNO-Menschenrechtskommissarin Navanethem Pillay warf unterdessen sowohl der Regierung als auch den Aufständischen schwere Verstöße gegen die Menschenrechte vor und forderte daher ein Ende der Gewalt. Die Regierungstruppen greifen immer häufiger mit schweren Waffen Wohngebiete an, erklärte er. Die Rebellen rekrutierten dagegen inzwischen auch Kinder als Soldaten. Zudem gebe es Berichte über Massenexekutionen, die Gegner der Regierung verübten.

Täglich unzählige Todesopfer zu beklagen
Am Montag töteten die syrischen Regierungstruppen nach Angaben von Aktivisten 29 Zivilisten. Am Vortag hatte die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter landesweit 170 Tote gezählt. Der neue Syrien-Vermittler von UNO und Arabischer Liga, Lakhdar Brahimi, der Präsident Bashar al-Assad am Wochenende getroffen hatte, führte am Montag Gespräche in Kairo.

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