4-Mio.-Euro-Projekt

“Haus des Meeres”: Dachaufbau aus Glas wird realisiert

Österreich
13.09.2012 18:34
Das Ringen um den Dachausbau des Ex-Flakturms im Wiener Esterhazy-Park, des "Haus des Meeres", hat ein Ende: Bereits seit mehreren Jahren gab es Aufstockungspläne, die im Laufe der Zeit mehrmals geändert wurden und denen letztendlich die Behörde Absagen erteilte, doch nun ist es fix. "Wir dürfen nicht raufbauen, daher bauen wir hinein", erklärte Franz Six, geschäftsführender Präsident des Aqua Terra Zoos, am Donnerstag. Das Vier-Millionen-Euro-Projekt sieht u.a. einen gläsernen Dachaufbau und ein 150.000-Liter-Aquarium im 10. Stock vor.

Seit 1958 hat das "Haus des Meeres" seinen Sitz im Flakturm. Nach einem positiven Anrainervotum im Jahr 2009 feilten die Verantwortlichen an der Erweiterung des Kriegsrelikts – allerdings mit zahlreichen Schwierigkeiten. So mussten sich die Planer von der Idee verabschieden, den obersten Dachausbau in Form eines Mantarochens zu gestalten. Auch ein Plan für ein Restaurant fiel den Änderungen zum Opfer. Der zuletzt getätigte Vorschlag sah unter anderem eine 4,8 Meter hohe Aufstockung für ein Großraumaquarium plus einen drei Meter hohen Windschutz vor.

Bau vor allem "in den Turm hinein"
"Das ist komplett vom Tisch", so Six. Die geplante Konstruktion auf dem Dach wäre höher ausgefallen als die im Flächenwidmungsplan vorgesehenen 48 Meter. Die Behörden erteilten keine Genehmigung. Der nunmehrige Plan lautet: Es wird vor allem in den Turm "hinein" gebaut.

Der bisher ungenutzte zehnte Stock wird nutzbar gemacht. Dafür wird die Raumhöhe von 1,90 auf mehr als vier Meter angehoben und zudem die zu steile Treppe vom neunten in den zehnten Stock umgebaut. Auf dieser Ebene wird ein 150.000-Liter-Aquarium wie auch ein 165 Quadratmeter großer Veranstaltungsraum Platz finden. Das Museum "Erinnern im Innern", das sich bereits auf der Etage befindet, bleibt erhalten. Nach Abschluss der Bauarbeiten soll es allen Besuchern zugänglich sein, nicht nur – wie bisher – geführten Gruppen.

Radarschacht wird nutzbar gemacht
In den Radarschacht, der bis jetzt ungenutzt war, werden ein Lift und Treppen eingebaut, die bis ins Dachgeschoß führen. Auf dem Dach entsteht ein Zubau aus Glas, der als Mehrzweckraum dienen soll. Der Glasbau ist circa drei Meter zurück versetzt, sodass man ihn von unten nicht sehen kann.

Mit dem neuen Konzept kann auch die Behörde leben: Der Turm wird nach Anheben der Decke knapp 48 Meter hoch sein. Der Glasaufbau ist noch einmal drei Meter hoch. Da er zurückversetzt ist, gilt er als Dachgiebel. Mit den Bauarbeiten wurde bereits begonnen, ein Kran auf dem Dach des Flakturms ist weithin sichtbares Zeichen dafür. Die Fertigstellung soll Mitte 2013 erfolgen. Für das Vorhaben sind vier Millionen Euro budgetiert.

Panoramalifte an der Außenseite kommen nicht
Bis auf Weiteres nicht realisiert werden die Pläne für Panoramalifte an der Außenseite des Flakturms. In diesem Bereich befindet sich nämlich die künstlerische Bemalung von Lawrence Weiner, die an die Kriegsvergangenheit des Baus erinnert und nicht verändert bzw. nicht beeinträchtigt werden darf. Die Aufzüge hätten ebenso wie eine geplante Verlängerung der Außentreppe die Sicht darauf eingeschränkt, hieß es. Doch ganz hat Six die Hoffnung auf eine Realisierung noch nicht aufgegeben: "Um Lifte kämpfen wir noch."

Noch immer verhandelt wird indes über die künftigen Besitzverhältnisse des Turmes, momentan gehört das Gebäude der Stadt. Das "Haus des Meeres" will es zwar übernehmen, eine Einigung scheitert allerdings noch an der Vertragsformulierung zum "Schutz des Denkmals", also des Weiner-Kunstwerks. Zumindest mit den Bezirksparteien, die auch Einwände gegen den Verkauf hatten, wurde inzwischen eine Einigung gefunden, berichtete Six.

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