Seit 12 Runden sieglos, nur noch Vorletzter der Bundesliga-Tabelle: Als ob das nicht fatal genug wäre, schien der Druck die Beine der BW-Linz-Profis zuletzt beim 1:2 in Tirol auch zu lähmen. Doch ein mit der UEFA-Pro-Trainerlizenz ausgestatteter Personalentwickler in Sachen Fußball widerspricht.
„Die erste Halbzeit von uns war nicht Bundesliga-reif – auch in puncto Mentalität!“
So die gnadenlose, aber der Realität entsprechende Analyse von Blau-Weiß-Trainer Gerald Scheiblehner letzten Samstag nach dem 1:2 am Tivoli. Nachdem die Linzer in Tirol vor der Pause nur einen einzigen Ballkontakt im gegnerischen Strafraum gehabt hatten.
Weshalb viele mutmaßen: Der Druck im Abstiegskampf lähme scheinbar die Beine der Linzer, zumal die ja erstmals in der doch speziellen Quali-Runde stehen. Während der mit dieser bestens vertraute Tirol-Trainer Thomas Silberberger nach dem Sieg zur Coolness und Mentalität seiner Elf ja nur grinsend gemeint hatte: „Sie haben Eiswürfel gespuckt!“
Was aber soll bzw. muss der FC Blau-Weiß tun, um das ebenfalls zu können?
Das fragte die „Krone“ Werner Zöchling (73). Auf den seit Jahren Oliver Glasner und Peter Stöger vertrauen. Der derzeit in Diensten der Austria steht, oft als „Mentaltrainer“ bezeichnet wird, während sich der Steyrer, der die UEFA-Pro-Trainerlizenz besitzt, selbst „Personalentwickler“ nennt.
Was kann Linz machen?
Wie also (mehr) Selbstvertrauen, Mut und Überzeugung beim Tabellenvorletzten für die letzten sechs Runden entwickeln, falls das in dieser Kürze überhaupt möglich ist? Zöchlings Antwort:
„Ich kenne Blau-Weiß gut, Scheiblehner schon seit weiß Gott wie lang’ und ich schätze ihn auch sehr. Weshalb ich Blau-Weiß sehr, sehr genau verfolge. Das Problem ist halt – aber das weiß man, dass sie halt wirklich keine überragende Qualität haben.“
„Sie tun, was sie können“
Zöchling weiter: „Sie tun und geben das, was sie können! Das ist aber zu wenig. Und sie sind von Ronivaldo abhängig. Solange der Tore geschossen hat, ist es gegangen. Ich glaub’ nicht, dass es ein mentales Problem ist, sondern, sondern ein . . .
. . . Qualitätsproblem?
„Ja, es ist schon eine Frage der Qualität!“, kommt’s zurück. Was sich mit dem deckt, was Scheiblehner zuletzt indirekt damit ausgedrückt hat, dass „wir im Sommer nur Zugänge holen dürfen, die unsere Qualität wirklich heben!“ „Sie brauchen in allen Formationen etwas, aber allen voran einen Stürmer“, sagt Zöchling. Begründung?
Vertrauen in Trainer!
„Was ich mitkrieg’, klappt’s auch im Training mit dem Toreschießen nicht wirklich.“ Obwohl der 73-Jährige Scheiblehner „einen der qualifiziertesten Trainer der Liga“ nennt. Darum glaubt Zöchling auch: „Gerald wird auch jetzt die richtige Strategie finden!“
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