"Sonst immer böse"

Comic-Revolution in USA: Neuer “Green Lantern” ist Araber

Ausland
07.09.2012 12:19
DC Comics sorgt nach dem ersten homosexuellen Superhelden (siehe Infobox) nun für die nächste Revolution in der bunten US-Welt der Unterhaltung: Waren Muslime sonst dafür bekannt, die Bösewichte zu sein, übernimmt jetzt einer von ihnen den Part eines der bekanntesten Comic-Helden der Welt: Simon Baz, das neue Alter Ego von "Green Lantern", ist nicht nur Araber, sondern auch Moslem.

Simon Baz, Arbeiter in einer Autofabrik aus Dearborn, Michigan, wird der neue Träger des magischen Ringes, der seine Träger zu "Green Lanterns" macht. Sein Vater ist Libanese, auf seinen rechten Unterarm hat er arabische Schriftzeichen tätowiert. 

Der Erfinder von Simon Baz, Autor Geoff Johns, hat mit seiner neuen Hauptfigur übrigens einiges gemeinsam: "Mein Vater ist auch Libanese, genau wie der von Simon. Außerdem bin ich auch aus Michigan. Es gibt dort eine sehr große arabo-amerikanische Gemeinde, eine der ältesten in den USA." Die Idee sei ihm gekommen, als er sich vor einigen Jahren mit zwei Comicfans, deren Eltern ebenfalls aus dem arabischen Raum stammen, unterhalten hatte. Seiner Meinung nach würde die "Schwarz-Weiß-Welt" des Comic-Universums ruhig "einige neue Farbtöne vertragen", wie er der "New York Daily News" erzählte. 

Kein typischer "American Hero"
Zumal Neo-Superheld Simon Baz alles andere als ein typischer "American Hero" ist. "Er ist kein perfekter Charakter. Er hat seine Fehler gemacht in der Vergangenheit. Aber gerade das macht ihn so überzeugend und fesselnd." Johns hofft, dass sein Held nicht nur auf seinen kulturellen und ethnischen Hintergrund reduziert wird, obwohl das natürlich auch Thema im Comic ist. 

Man sieht Baz, wie er die Ereignisse rund um 9/11 erlebt und mit der zunehmenden Feindseligkeit gegenüber Arabern und Muslimen konfrontiert wird. Nachdem er seinen Job in der Fabrik verliert, schlägt er sich mit Autodiebstählen durch, bis er schließlich zum Träger des Rings und damit zum Superhelden wird.

"Normalerweise sind wir die Schurken"
Die arabo-amerikanische Gemeinschaft reagierte mit Freude auf den Comichelden. "Wenn man normalerweise an Moslems oder Araber in der Pop-Kultur denkt, sind sie immer die Schurken", sagt Linda Sarsour von der Arab American Association in New York. "Wir sind die Entführer, die Bösen, die von den braven amerikanischen Soldaten oder der CIA bekämpft werden." Die Tatsache, dass jetzt einmal ein Araber der Gute sei, der die Menschen rettet, sei "eine großartige Gelegenheit, ein weitaus stärkeres Bild zu zeigen".

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