Flüchtlingsdrama
Dutzende Tote bei Bootsunglück vor türkischer Küste
Das nur 15 Meter lange Boot soll insgesamt mehr als 100 Menschen an Bord gehabt haben. Viele der Menschen seien Medienberichten zufolge im Laderaum gefangen gewesen, mehr als ein Dutzend Passagiere so mit dem Schiff untergegangen. Unter den Toten waren demnach mindestens 28 Kinder und drei Säuglinge.
Rund 40 Menschen überlebten das Unglück, weil sie die etwa 50 Meter bis zur Küste schwammen oder aus dem Wasser gezogen wurden. Dutzende schafften es jedoch aus eigener Kraft nicht bis an Land. Rettungskräfte suchten im Seegebiet vor Ahmetbeyli bei Izmir weiter nach möglichen Überlebenden.
Reiseziel Großbritannien
Die türkische Polizei vernahm indessen Überlebende des Unglücks. Diese hätten erklärt, dass Menschenschmuggler ihnen eine Passage in die Europäische Union versprochen hätten. Als Ziel der Reise sei Großbritannien angegeben worden.
Im Mittelmeer kommen immer wieder Flüchtlinge ums Leben, die in alten oder nicht seetüchtigen Booten auf dem Weg in die EU sind. Der Transport ist oftmals von Mafiabanden organisiert, die Tausende Euro für den Transport verlangen. Im vergangenen Jahr gab es vor der Küste Nordafrikas zwei große Schiffsunglücke, nach denen jeweils mehr als 200 Menschen vermisst wurden.
Über die Türkei in die Europäische Union
Von der Türkei aus nehmen viele Flüchtlinge auch den Landweg über Griechenland oder Bulgarien. Griechenland hat die Kontrollen zuletzt weiter verschärft, um illegale Einwanderung zu unterbinden. Die Türkei hat dagegen ihre Einreisebestimmungen in den vergangen Jahren gelockert.
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