Flüchtlingsdrama

Dutzende Tote bei Bootsunglück vor türkischer Küste

Ausland
06.09.2012 18:01
Beim schlimmsten Flüchtlingsdrama vor der türkischen Küste seit Jahren sind am Donnerstag mehrere Dutzend Menschen, die Hälfte davon Kinder, ertrunken. Das Boot, das vor allem Syrer, Palästinenser und Iraker an Bord hatte, lief südlich von Izmir nur knapp 50 Meter von der Küste entfernt auf einen Felsen auf und sank. Der Kapitän und ein Matrose wurden festgenommen. Ziel der von Menschenschmugglern organisierten Reise dürfte Großbritannien gewesen sein, berichteten türkische Medien.

Das nur 15 Meter lange Boot soll insgesamt mehr als 100 Menschen an Bord gehabt haben. Viele der Menschen seien Medienberichten zufolge im Laderaum gefangen gewesen, mehr als ein Dutzend Passagiere so mit dem Schiff untergegangen. Unter den Toten waren demnach mindestens 28 Kinder und drei Säuglinge.

Rund 40 Menschen überlebten das Unglück, weil sie die etwa 50 Meter bis zur Küste schwammen oder aus dem Wasser gezogen wurden. Dutzende schafften es jedoch aus eigener Kraft nicht bis an Land. Rettungskräfte suchten im Seegebiet vor Ahmetbeyli bei Izmir weiter nach möglichen Überlebenden. 

Reiseziel Großbritannien
Die türkische Polizei vernahm indessen Überlebende des Unglücks. Diese hätten erklärt, dass Menschenschmuggler ihnen eine Passage in die Europäische Union versprochen hätten. Als Ziel der Reise sei Großbritannien angegeben worden.

Im Mittelmeer kommen immer wieder Flüchtlinge ums Leben, die in alten oder nicht seetüchtigen Booten auf dem Weg in die EU sind. Der Transport ist oftmals von Mafiabanden organisiert, die Tausende Euro für den Transport verlangen. Im vergangenen Jahr gab es vor der Küste Nordafrikas zwei große Schiffsunglücke, nach denen jeweils mehr als 200 Menschen vermisst wurden.

Über die Türkei in die Europäische Union
Von der Türkei aus nehmen viele Flüchtlinge auch den Landweg über Griechenland oder Bulgarien. Griechenland hat die Kontrollen zuletzt weiter verschärft, um illegale Einwanderung zu unterbinden. Die Türkei hat dagegen ihre Einreisebestimmungen in den vergangen Jahren gelockert.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
06.09.2012 18:01
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung