Identität gestohlen
Ahnungsloser Slowake in Prag für Bankraub verurteilt
Der Täter hatte in der tschechischen Hauptstadt Prag eine Bank überfallen, wurde erwischt und beim Prozess unter einer falschen Identität geführt. Im offenbar sehr professionell gefälschten Ausweis war sein Foto mit dem Namen und den Daten des unbescholtenen Slowaken kombiniert. Dieser gilt nun als rechtskräftig verurteilt, obwohl er mit dem Bankraub nichts zu tun hatte.
Dem Mann steht ein juristisches Abenteuer bevor, um die Sache aufzuklären. Der echte Täter saß zwar die zweijährige Haftstrafe ab, verschwand danach aber spurlos - und das tschechische Gericht kennt seine wahre Identität nicht. Der Unschuldige hatte erst durch Briefe des Gerichts, die an seine Adresse in der Slowakei geschickt worden waren, erfahren, dass er im Nachbarland ein verurteilter Bankräuber sein soll. Unter anderem wurde er von der tschechischen Republik zur Zahlung von Gerichtskosten aufgefordert.
Bis zu neuem Verfahren weiterhin Bankräuber
Aufgedeckt haben die Verwechslung Reporter des slowakischen TV-Senders Markiza. Aufgrund deren Recherchen versprach das tschechische Gericht nun ein neues Verfahren. Bis zu dessen Ende gilt der Mann aber weiterhin als verurteilter Bankräuber und steht vor einigen Problemen: So muss er sich jetzt für das neue Verfahren einen Anwalt besorgen und hat unter anderem bereits ein Einreiseverbot nach Tschechien hinnehmen müssen.
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