Wegen Finanzbetrugs
Unternehmerin in Vietnam zum Tode verurteilt
In Vietnam wurde eine Immobilienunternehmerin wegen ihrer Rolle in einem Finanzbetrugsfall zum Tode verurteilt. Truong My Lan werden Unterschlagung, Bestechung und Verletzung von Bankvorschriften vorgeworfen. Es geht um umgerechnet mehr als elf Milliarden Euro.
Die zu Tode verurteilte Lan ist Vorstandsvorsitzende des Immobilienentwicklers Van Thinh Phat Holdings Group. Vor der Verkündigung des Urteils hatte ein Familienmitglied mitgeteilt, dass die Vietnamesin Berufung einlegen werde. Nun hieß es, man werde weiterkämpfen. Laut der Zeitung „Thanh Nien“ wurden in dem Fall bereits 84 Personen zu Freiheitsstrafen zwischen drei Jahren auf Bewährung und lebenslanger Haft verurteilt.
Es handelt sich um den größten Betrugsfall des Landes. Lan und ihren Komplizinnen und Komplizen wird vorgeworfen, mehr als 304 Billionen Dong (umgerechnet 11,3 Milliarden Euro) von der Saigon Joint Stock Commercial Bank (SCB) abgezweigt zu haben. Von Anfang 2018 bis Oktober 2022 soll sich Lan große Summen angeeignet haben, indem sie unrechtmäßig Kredite an Briefkastenfirmen vermittelte. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Staat die Bank gerade gerettet.
Wirtschaftsmanager zum Rücktritt gezwungen
Der Prozess hatte am 5. März begonnen und endete früher als geplant. Er ist Teil des Kampfs gegen Korruption, den die regierende Kommunistische Partei, Nguyen Phu Trong, seit Jahren verspricht. Bisher wurden Hunderte ranghohe Staatsdienerinnen und Staatsdiener sowie bedeutende Wirtschaftsmanagerinnen und Wirtschaftsmanager strafrechtlich verfolgt oder zum Rücktritt gezwungen. Sonst gab es wenig greifbare Ergebnisse.










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