Wen erklärte, China wolle sich künftig weiter intensiv mit der Europäischen Zentralbank und dem Internationalen Währungsfonds abstimmen, um der Euro-Zone dabei zu helfen, "aus dem Dilemma herauszukommen". China habe große Zuversicht für die Zukunft des Euros.
Wen Jiabao begrüßte das Ziel, ein Gleichgewicht zwischen Haushaltsdisziplin und einem Ankurbeln der Wirtschaft zu erreichen. "Das ist der Schlüssel zum Vertrauen", das sowohl die Finanzinstitute als auch die Konsumenten wiedergewinnen müssten.
Krisen-Bewältigung vorantreiben
Wen fordert aber von Europa auch verstärkte Anstrengungen in der Schuldenkrise. Chinas Ministerpräsident sagte, er habe Sorge wegen der Zuspitzung in der Krise. Die Regierungen der Europäischen Union hätten die Weisheit und die Fähigkeit, die Probleme zu überwinden. Italien, Griechenland und Spanien müssten ihre Entschlossenheit zu Reformen erhöhen, forderte Wen. Er betonte allerdings, seine Zuversicht sei nach dem Treffen mit Merkel gestiegen.
Merkel meinte mit Blick auf die Lage in Griechenland, sie wolle, dass Athen in der Euro-Zone bleibe. Zugleich müsse Griechenland die Auflagen einhalten. Zunächst müsse aber der Bericht der Troika aus IWF, EZB und EU-Kommission über den Stand der Reformen abgewartet werden. Italien und Spanien seien auf einem intensiven Reformweg. Sie sei "überzeugt, dass dieser Reformweg Früchte tragen wird".
Wirtschaftsverträge unterzeichnet
Neben den Krisengesprächen ging es allerdings auch darum, Geschäfte abzuwickeln. So wurden bei Merkels Besuch Wirtschaftsverträge in einem Umfang von mehr als sechs Milliarden US-Dollar (4,78 Milliarden Euro) unterschrieben.
Der europäische Flugzeugbauer Airbus beispielsweise besiegelte den Verkauf von 50 neuen Maschinen des Typs A320 sowie die Fortsetzung seiner Endmontage in China. Der Flugzeugverkauf alleine hat nach Angaben von Branchenkennern ein Volumen von schätzungsweise 3,5 Milliarden US-Dollar. Das Abkommen über die Verlängerung der Montage in dem dritten und einzigen außereuropäische Werk von Airbus in Tianjin südöstlich von Peking hat einen Umfang von 1,6 Milliarden US-Dollar.
Ein weiteres Abkommen mit dem chinesischen Telekommunikationsriesen ZTE zum Ausbau von Breitbandnetzen wurde auf 1,3 Milliarden US-Dollar beziffert, wie informierte Kreise berichteten. Zwei weitere Abschlüsse betreffen den Bau eines neuen Getriebewerks von Volkswagen mit einem Volumen von rund 300 Millionen Euro sowie die Endmontage des europäischen Hubschraubers Eurocopter in China.
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