Skandale im Krieg

Afghanistan: Disziplinarstrafen für US-Soldaten

Ausland
28.08.2012 06:46
Das Verhalten des US-Militärs in Afghanistan hatte heuer schon mehrfach für Aufsehen und Empörung gesorgt. Am Montag wurden daher neun Soldaten zu Disziplinarstrafen verurteilt - sechs von ihnen wegen der versehentlichen Verbrennung von Koran-Exemplaren und anderen religiösen Texte und drei weitere wegen Leichenschändung.

Einer der drei Marines hatte zugegeben, auf die Leiche eines Taliban-Kämpfers uriniert zu haben (siehe Infobox). Ein zweiter hatte sich schuldig bekannt, ein Video gemacht zu haben, das international für Empörung gesorgt hatte. Ein dritter hatte gestanden, den Vorfall nicht gemeldet zu haben. 

US-Verteidigungsminister Leon Panetta und der afghanische Präsident Hamid Karzai hatten die Handlung der Marines scharf verurteilt. Worin die Disziplinarstrafe besteht, wurde nicht mitgeteilt.

"Keine böswillige Missachtung des Korans"
Die Untersuchung der Koranverbrennung in der US-Luftwaffenbasis Bagram habe ergeben, dass keine böswillige Missachtung des Korans oder eine Diffamierung des Islam vorgelegen habe. Der den Vorfall untersuchende General kam nach Angaben des Pressedienstes der US-Streitkräfte zu dem Schluss, dass fehlende Kommunikation, schlechte Führung und falsche Entscheidungen die Ursachen waren. Es sei der einfache Weg gewählt worden anstelle des richtigen Weges zum Umgang mit dem Problem. Auch in diesem Fall wurde nicht bekannt, worin die Disziplinarstrafe besteht.

Grundsätzlich können Disziplinarstrafen unter anderem Degradierungen, zusätzliche Dienste oder Soldkürzungen beinhalten.

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