Parteitag in Gefahr

Sturm “Isaac” droht Romney Wind aus Segeln zu nehmen

Ausland
27.08.2012 20:44
Der Sturm "Isaac" macht den US-Republikanern weiter schwer zu schaffen. Nach Berechnungen von Meteorologen sollte er zwar die Stadt Tampa in Florida, in der die Konservativen diese Woche ihren Wahlparteitag abhalten, weitgehend verschonen. Der Sturm könnte jedoch am Mittwoch als gefährlicher Hurrikan andere Gebiete der US-Südküste erreichen und damit mitten in die Veranstaltung platzen, bei der Mitt Romney offiziell zum Herausforderer von Präsident Barack Obama gekürt werden soll.

Der Parteitag mit Zehntausenden Teilnehmern war bereits von vier auf drei Tage verkürzt worden, weil "Isaac" Kurs auf Floridas Westküste mit Tampa zu nehmen schien. Nach kurzem Zeremoniell wurde die Veranstaltung am Montag eröffnet und sofort auf Dienstag vertagt. Dann soll auch Romneys Krönung stattfinden - mit seiner offiziellen Antrittsrede als Höhepunkt des Parteitages am Donnerstagabend.

"Darf man jubeln?"
Noch mehr Sorgen bereiten den Republikanern jedoch Prognosen, wonach "Isaac" ausgerechnet Kurs auf Louisiana nehmen könnte - jenen Bundesstaat, in dem genau am kommenden Mittwoch vor sieben Jahren Hurrikan "Katrina" Tod und Verwüstung in die Stadt New Orleans gebracht hatte. Und sollte dies der Fall sein, befände sich die Partei in einer äußerst misslichen Lage.

"Ist Louisiana oder gar New Orleans wieder im Visier, wäre das neben der möglichen Tragweite für die betroffene Bevölkerung ein schwerer Schlag für die Republikaner", hieß es etwa in einem Kommentar des Senders CNN. "Denn auf ihrem Parteitag soll Romney bejubelt werden. Doch darf man jubeln, wenn woanders Menschen vor einem Hurrikan zittern?"

Notstand in Florida, Louisiana, Mississippi und Alabama
Indes haben drei weitere US-Bundesstaaten am Golf von Mexiko den Notstand ausgerufen. Die Gouverneure von Louisiana, Mississippi und Alabama trafen die Entscheidung am Sonntag nach Vorhersagen, dass der Sturm voraussichtlich mit Hurrikan-Stärke in Louisiana auf Land treffen wird (siehe Video in der Infobox). Mit dem Notstand werden Gelder und Mittel zum Schutz vor dem Sturm bereitgestellt, zudem erließen die Gouverneure Evakuierungsanordnungen. Florida hatte bereits am Samstag den Notstand erklärt und erlebte am Sonntag heftige Regenfälle und starke Winde.

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