Probleme auf Kuba
9/11: Wetter und Technik verhindern neue Prozessrunde
Der Anhörungsbeginn war bereits wegen technischer Probleme um 24 Stunden auf Donnerstag verschoben worden. Die Verteidiger hatten wegen Störungen der Internetverbindung mehr Zeit für die Vorbereitung erwirkt.
Bei der mehrtägigen Voranhörung hätten hauptsächlich Verfahrensfragen behandelt werden sollen. Die Verteidigung wollte unter anderem erreichen, dass detaillierte Beschreibungen der Folter der Angeklagten als Beweismaterial zugelassen werden.
Streit um Veröffentlichung von Beweisen
Im Vordergrund dürfte künftig auch die Frage stehen, ob Beweismaterial publik gemacht werden darf, wenn es Fragen der nationalen Sicherheit berührt. Die US-Regierung als Anklagebehörde wehrt sich gegen Vorstöße von der anderen Seite, solche Informationen zu veröffentlichen. Sie will laut einem Antrag auch nicht als geheim eingestuftes Material unter Verschluss halten, "wenn eine Veröffentlichung dem öffentlichen Interesse zuwiderläuft".
Angeklagt sind der mutmaßliche "Hauptarchitekt" der Anschläge, Khalid Sheikh Mohammed, und Ramzi Binalshibh, der zur Hamburger Zelle um den Todespiloten Mohammed Atta gehörte. Daneben müssen sich Ali Ab Al-Aziz Ali, Mustafa Ahmad Al-Hawsawi und Walid bin Attash vor dem Militärtribunal verantworten. Hauptanklagepunkte sind Terrorismus, Flugzeugentführung, Verschwörung, Mord, Angriff auf Zivilisten, schwere Körperverletzung und Zerstörung von Eigentum.
Erste chaotische Anhörung im Mai
Bei einer ersten, chaotisch verlaufenen Anhörung im Mai (siehe Infobox) hatten die Männer hartnäckig geschwiegen und jede Mitwirkung an dem Verfahren verweigert. Im Fall eines Schuldspruchs im Hauptverfahren, das voraussichtlich nicht vor Mai 2013 beginnen wird, droht den sogenannten Guantanamo Five die Todesstrafe.
Bei den Anschlägen in den USA vor mehr als zehn Jahren waren rund 3.000 Menschen ums Leben gekommen. Damals hatten islamistische Terroristen vier Passagierflugzeuge entführt. Mit zwei Jets legten sie die Zwillingstürme des World Trade Center in New York in Schutt und Asche. Ein weiteres Flugzeug flog ins Pentagon in Washington, das vierte stürzte im Staat Pennsylvania ab.
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