Das Ensemble Hirundo Maris um Arianna Savall und Petter Udland Johansen lud im Rahmen des Psalm-Festivals zu einem nordischen Konzert in die Grazer Helmut-List-Halle
Nordischer als beim sechsköpfigen Ensemble Hirundo Maris kann Musik nicht klingen. Weit gespannt wie das Polarlicht erstrecken sich die getragenen Melodien der norwegischen Volksklänge, die die Gruppe um Sängerin Arianna Savall in Graz präsentiert.
Das eigentliche Faszinosum des Abends verrät aber eine kleine Bemerkung im Programmheft: Nicht als Volksmusik, sondern als „early fusion“ wird der Stil der Gruppe da beschrieben. Und das zurecht, denn Savall verändert in ihren Arrangements die skandinavischen Vorlagen durch hochdiffizile Instrumentation.
Springtänze und Ethno-Jazz
In feixende Springtänze an „Hardingfele“-Geige und Dudelsack mengt sie moderne Chorstimmen der Camerata Styria. Romantische Lieder von Edvard Grieg erhalten Folklore-Einsätze, Folksongs wie „Boadan Nuppi Bealde“ lassen mit den Solos des hornartigen Cornetto mutuo den Ethno-Jazz anklingen.
Das zentral stehende Traumgedicht „Draumkvedet“ wird so beinahe zur Musiktheatervorführung: Während Tenor Petter Udland Johansen im dramatischen Sprechgesang deklamiert, wechseln mit jeder Strophe Instrumente und Klangfarben. Im hin und her zwischen Savalls gläsern-filigraner Stimme und dem Chor als Naturgeist wird die jahrhundertealte Vorlage dabei passend tiefgängig beschrieben: als ungeahnte Weite.
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