"Stars Earn Stripes"

Protest gegen Promi-Kriegsspiele im US-Fernsehen

Ausland
14.08.2012 17:03
Man hat sie in den Dschungel geschickt, jetzt drückt man ihnen großkalibrige Waffen in die Hand: In einer neuen US-TV-Show "Stars Earn Stripes" müssen sich B-Promis, etwa der Ehemann der früheren republikanischen Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin, Todd, und Muhammad Alis Tochter Leila Ali, militärisch beweisen. Bereits bei der Erstaustrahlung hagelte es Proteste. Gegner, unter ihnen auch sieben Friedensnobelpreisträger, fordern die Absetzung der "kriegsverherrlichenden" Sendung.

In "Stars Earn Stripes", die am Montagabend ihre Primetime-Premiere bei NBC feierte, treten B- und C-Prominente und Militärs gegeneinander an. Insgesamt acht Promis müssen sich unter militärischen Bedingungen gegen ein Team von erfahrenen ehemaligen US-Soldaten bewähren. Auf der Teilnehmerliste finden sich neben Palin-Gatte Todd und Ali-Tochter Leila auch "Ex-Superman" Dean Cain (Superman - Die Abenteuer von Lois & Clark), "Expendables"-Haudegen Terry Crews, sowie die frühere US-Skirennläuferin Picabo Street.

Action-Show "zu Ehren unserer Streitkräfte"
Die Stars spielen in der Show für Geld mit - das jedoch wohltätigen Zwecken ihrer Wahl zugutekomme, heißt es auf der Website des Senders. Zu den Aufgaben, die Palin und Co. bewältigen müssen, gehören etwa ein Absprung aus dem Helikopter und der Umgang mit großkalibrigen Waffen. NBC beschrieb die Sendung als "actionreichen Wettbewerb zu Ehren der Männer und Frauen, die in unseren Streitkräften dienen".

Doch schon am Tag der Erstausstrahlung formierte sich Protest gegen die Action-Show. Sieben Friedensnobelpreisträger, darunter der südafrikanische Bischof Desmond Tutu, forderten NBC in einem offenen Brief zur Einstellung der Sendung auf. In dem Schreiben an den Chef von NBC Entertainment, Bob Greenblatt, bringen die Nobelpreisträger zum Ausdruck, dass die Vorbereitung auf einen Krieg "weder amüsant noch unterhaltsam" sei.

"Ekelhafte Kriegsspiele"
In New York demonstrierten indessen Hunderte Gegner vor der Zentrale der Fernsehanstalt am Rockefeller Plaza. Die Demonstranten warfen dem Sender Geschmacklosigkeit vor. Angesichts der Tatsache, dass ihr Sohn an den Kriegen im Irak und in Afghanistan teilgenommen habe und die Spuren seiner Erlebnisse an Leib und Seele trage, empfinde sie die Show als "zutiefst anstößig", sagte Sarah Fuhro von der Gruppe "Military Families Speak Out". Militärische Fernsehspielchen seien "ekelhaft", wenn in echten Kriegen Kinder verletzt und getötet würden.

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