Was ist eigentlich Stress?
Der Begriff "Stress" an sich ist von seiner eigentlichen Bedeutung her weder positiv noch negativ besetzt: Er wurde ursprünglich in der Physik verwendet, wo er die Auswirkung von Druck oder Zug auf ein Material ausdrücken soll, und erst später in die Medizin übernommen. Hier unterscheidet man negativen Stress – den sogenannten Distress – und den positiven Stress – Eustress –, der den Körper in einen Zustand der Leistungsbereitschaft bringt. Denn unter Belastung läuft man oft zu Höchstformen auf. Der Körper schüttet Adrenalin aus und macht einen so leistungsfähiger und aktiver.
Zu einem Problem wird Stress erst, wenn er zu besagtem Distress wird und die Stresssituation längere Zeit andauert. Dein Körper steht unter Hochdruck, dementsprechend hat man einen hohen Blutdruck, der Cholesterinspiegel steigt, es kommt zu Schlafstörungen, depressiven Verstimmungen, Verdauungsproblemen, Herzstörungen und mehr. Kurz: Die psychische Belastung wird zu einer dauerhaften, körperlichen und kann in bleibenden Störungen deiner Gesundheit enden. Und diesen Punkt gilt es zu vermeiden. Ganz abgesehen davon, dass Stress dazu führt, dass du einfach unkonzentriert und fehleranfälliger wirst. Und das kann dich unter Umständen sogar deinen Job kosten.
Bewusst zurückschalten
Du solltest bei den ersten Anzeichen von Stress beginnen, zwar nicht langsamer, aber bewusster, sprich kontrollierter, zu arbeiten. Auch wenn dies zunächst gefühlt Zeit kostet: Verschaffe dir einen Überblick, was alles zu tun ist. Das funktioniert am schnellsten, indem du dir eine einfache To-do-Liste schreibst. So siehst du auf einen Blick vor dir, was noch alles zu tun ist, und kannst je nach Priorisierung beginnen, alles abzuarbeiten.
Es kann auch helfen, bei einzelnen Arbeitspaketen kurz den Status zu notieren oder festzuhalten, was dir noch fehlt, damit du weitermachen kannst. Denn das Stressempfinden kommt sehr oft unter anderem daher, dass man das Gefühl hat, sehr viel erledigen zu müssen, und Angst hat, etwas zu vergessen bzw. gar nicht weiß, wo man am besten beginnen sollte. Die richtige Organisation hilft dabei, Struktur in die Tätigkeiten zu bringen, und reduziert die Gefahr, etwas zu vergessen.
Dabei hilft auch folgende Taktik: Eröffne pro Aufgabe eine Klarsichtfolie oder Mappe, bei der die erste Seite aus einer Liste mit den offenen To-Dos besteht. So kannst du in deinem Kopf und auf deinem Schreibtisch Ordnung schaffen. Das bewirkt, dass du etwas zur Ruhe kommst und konzentriert beginnen kannst zu arbeiten.
Unterstützung annehmen!
Speziell zur Urlaubszeit oder bei vermehrten Krankenständen treten schnell Stress-Situationen auf, wenn ein Mitarbeiter ein ganzes Team vertreten soll. Bist du in dieser Lage, dann solltest du nicht davor zurückschrecken, Aufgaben zu delegieren und andere Kollegen um Hilfe zu bitten. Generell sollten Vertretungsregelungen definiert sein, die Engpässe weitestgehend vermeiden.
Allerdings muss man delegieren auch lernen: Gerade jemand, der ungern Dinge aus der Hand gibt, tendiert dazu, überlastet zu sein. Erkennst du dieses Verhalten an dir selbst, überwinde dich einmal dazu, einfache Handgriffe oder Hilfsarbeiten weiterzugeben, und lass dich vom Ergebnis überraschen.
Unnötige Störungen vermeiden
Deine Kollegen haben die Angewohnheit, immer im denkbar ungünstigsten Moment mit einer dringenden Bitte zu stören? Lerne, zu sagen, wenn es bei dir gerade nicht geht. Lass dir die Anliegen per E-Mail schicken oder vereinbare einen Termin zu einem späteren Zeitpunkt. Wichtig dabei: Du musst deine Versprechen, auf die Bitten zurückzukommen, auch einhalten, sonst funktioniert das System nicht.
Trinken, trinken, trinken
Auch solltest du darauf achten, immer ausreichend Flüssigkeit zu dir zu nehmen, damit das Blut dünnflüssig bleibt und dein Körper dadurch optimal versorgt wird. Am besten ist hier natürlich klares Wasser, Tee oder Fruchtsäfte. Einfach einen Becher und Krug oder Flasche griffbereit halten und regelmäßig trinken. Durch die kontinuierliche Flüssigkeitszufuhr fühlst du dich nicht so schnell wieder ausgelaugt und bist länger fit. Finger weg von Kaffee oder Energy-Drinks: Diese bringen vielleicht kurzfristig einen Energieschub, steigern aber auch deine Unruhe und laugen dich im Laufe eines Arbeitstages eher aus.
Dagegen ist es gut für dein Energieniveau, wenn du dir zwischendurch immer wieder etwas frisches Obst gönnst. Die Vitaminzufuhr steigert dein Wohlbefinden und kann gleichzeitig mit einer kleinen Pause verbunden werden: Widme dich einfach bewusst dem Genuss der kleinen Jause, konzentriere dich auf die Farben und Formen, den Geruch und den Geschmack. Dadurch entspannst du dich automatisch und lernst, bewusster abzuschalten sowie dich voll und ganz auf eine Sache zu konzentrieren.
Auflockern!
Verspannungen und Schmerzen in Rücken und Beinen sind oft eine logische Konsequenz von Stress, da man sich verkrampft. Du solltest daher immer wieder, z.B. nach Fertigstellung einer Aufgabe, ein paar Schritte gehen und dich dabei dehnen und strecken. Das kann auch ganz einfach mit einem Gang zum Drucker, zum Archiv etc. verbunden werden. Denn die Bewegung lockert gut auf, und wenn du dich in deinem Körper wohlfühlst, geht alles leichter von der Hand.
Die Arbeit im Büro lassen
Und ganz wichtig: Wenn du abends aus dem Büro gehst, dann lass die Arbeit dort, wo sie hingehört – am Arbeitsplatz! Schließ ganz bewusst die Tür hinter dir und betrachte das als Ritual, mit dem du auch deinen beruflichen Stress hinter dir lässt. Denn nur so kannst du den Feierabend daheim auch wirklich zu Entspannung nützen!
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